Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- I (5691) 1930/31
- Issue
- Heft 11-12 (September 1931)
- Date
- 1931-09-01
- Page
- Seite 381 (sequence 33)
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für die Ehe als Minimum berechnet. Für die jüdische Bevölkerung wäre indes infolge der Mischehen, der Taufen und sonstiger zersetzender Faktoren eine ins Fabelreich gehörende Kinderzahl von 7 Geburten erforderlich, um auch nur den jetzigen Bestand zu garantieren (Kahn), und tatsächlich hat die jüdische Ehe durchschnittlich nur 1,5 Kinder! ״Untergang der deutschen Juden“ meinte Theilhaber schon vor dem Kriege. Wenn man dieses Schicksal der deutschen Juden von der Warte jüdischer Geschichtsbetrachtung wertet, so mag es vielleicht nicht einmal als eine jüdische Katastrophe erscheinen. Denn wenn auch nach Kahns Berechnung in 40 Jahren nur noch die Hälfte der jetzigen jüdischen Bevölkerung vorhanden sein mag — die Elemente, die sich von Bevölkerungs- Zuwachs selbst ausschalten, haben immerhin zum größten Teil schon längst mit der Thorareligion gebrochen und so ihren spezifischen Volkscharakter aufgegeben. Nicht die Selbstauflösung ist die Katastrophe, die Katastrophe war vielmehr der Abfall vom alten Judentum. Indes, man mag in thoratreuen Kreisen dieser Betrachtungsweise zustimmen oder sie ablehnen, die schwere Gewissensfrage bleibt: haben sich die thoratreuen Familien nicht selbst in den Bann dieser allgemeinen Krankheit hineinziehen lassen, tragen sie durch ihr Verhalten nicht selbst dazu bei, daß auch die thoratreue Judenbeit in Deutschland schwindet? Jede einzelne jüdische Familie trifft heute die Verantwortung, denn in der Hand der Eheleute liegt großenteils wenn auch nicht das Sein — so doch das Nichtsein der Nachkommenschaft. Darum muß jedes jüdische Ehepaar die Faktoren kennen lernen, gewissenhaft prüfen und kritisch einschätzen, die geburtenfördernd und geburtenhemmend sich1 geltend machen. Sie seien unter dem Gesichtswinkel eugenischer und Wirtschaftlicher, gesundheitlicher und kulturell-ethischer Momente zusammengefaßt. Eine scharfe Trennung wird allerdings kaum nützlich sein, da sich die Kraftlinien der einzelnen Faktoren vielfach berühren und schneiden. Die Frage der Empfängnisverhütung soll dabei im Vordergrund stehen, nicht die der Schwangerschaftsunterbrechung. Denn die Tötung des Kindes im Mutterleib wird im allgemeinen schon als weniger harmlos erachtet, und außerdem