Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- I (5691) 1930/31
- Issue
- Heft 11-12 (September 1931)
- Date
- 1931-09-01
- Page
- Seite 363 (sequence 15)
- Belongs to
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463 ankerte. Und also ward, selbstverständlich unbewußt, Zangwill der Schrittmacher für Vladimir Jabotinsky, für seine militaristischen Kulturideale. Als aber diese Einstellung zu all den Komplikationen führte, die es auf der einen Seite der Orthodoxie unmöglich macht, innerhalb der Jewish Agency für jüdische Kultur zu arbeiten, andererseits die volle Haltlosigkeit der ״Macht“ und Machtpoütik des Zionismus enthüllte, da warf Dr. Cyrus Adler dem בית המקדש und den nun^den Fehdehandschuh hin. Auf arabischer Seite, bei dem Volke also, das im Orient wurzelnd so viel das Irrationale sein eigen nennt, wird man damit keinen Beifall ernten. Es scheint jedoch tatsächlich der Fall zu sein, daß die zweitausend Jahre, von denen Dr. Cyrus Adler sprach, wirklich eine volle Abkehr von der jüdischen Kultur und der an dieser sich orientierenden jüdischen Politik bei vielen erzeugt haben. Einst kündete David, daß die Erlösung an Israel als an ein träumendes, ein immer noch träumendes, an seinen Träumen festhaltendes Volk treten würde, an ein Volk also, das jede ״Erlösung“ ablehnt, für die es seine Träume prei;geben müßte. Wir aber — ja nun — wir sind sachlich geworden. Jawohl, wir alle, denn sonst hätte sich wie eine Phalanx ein ganzes Volk, soweit es eben noch in seinen ״Träumen“ befangen ist, gegen diese Kampfansage an Bes Hamikdosch und קרבנות erheben müssen; denn as vor einem Jahrhundert fast die Reform gegen diese Hoffnungen ins Feld zog, da ging ein Aufschrei durch die Reihen der jüdischen Gesamtheit. Und der war ehrlich. Heute — ein etwas schwächlicher fast ungehörter Protest bei der Tagung der Jewish Agency, sonst — Ruhe. Also auch dieser übermenschlich irrationale Teilinhalt des Judentums ״offiziell“ zu Grabe getragen. So stellt sich Dr. Cyrus Adler, gleichfalls sicherlich unbewußt, in den Dienst des ״Militarismus“, den Jabotinsky verficht. Gegenüber den finanziellen Nöten können bessere Zeiten mildernd wirken, gegenüber den persönlichen Gegensätzen kann Ausgleich gefunden werden, diese Abkehr aber von der jüdischen Kultur — מי ירפא לך. Umso ernster aber erwächst der Orthodoxie die Aufgabe, an die kommende Generation ihr Kulturideal heranzubringen. .Wenn das שעלים הלכו בו das furchtbarste war, was Jirmijohu an der Entgottung des Tempelplatzes erschaute, wie müßten