Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- I (5691) 1930/31
- Issue
- Heft 9-10 (Juli 1931)
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 344 (sequence 60)
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344 Stellung zu nehmen und in dieser Beziehung selbständig durch eine Parallelaktion vorzugehen, und dieselbe durch Unterstützung der heimifchen Bevölkerung bei Koloniengründung zu betätigen. 3. ) Diese Frage hat mit den religiösen Hoffnungen der messianifchen Erlösung der Nation garnichts zu tun. Wir halten uns dabei ohne jede Neuerung an unsere alte Tradition. 4. ) Das Projekt der Staatenbildung bleibt wie jede poliiifche Institution in dieser Beziehung vollständig außerhalb des Programms״. Ob die Mehrzahl der Kongreßbesucher für Gedankengänge, wie sie hier ausgesprochen werden, Verständnis gehabt hätten, entzieht sich unserer Kenntnis, wohl aber fcheint eine Gruppe sich mit der Frage befaßt zu haben, ob denn das Problem des Zionismus lediglich die Frage der Beziehungen zu England und zu den Arabern darstellt. Bialik hat nämlich seine Absage, ein Referat auf dem Zionistenkongreß zu halten, damit begründet, daß es jetzt nicht gelte, England zu gewinnen, sondem vielmehr das jüdische Volk, welches zunächst wieder jüdifche Kulturwerte kennen lernen müsse und durch deren Erkenntnis und Vertiefung erst eine innerliche und geistige Verknüpfung der Juden der Diaspora mit Erez Jisroel erfolgen könne. Versteht man unter diesen Kulturwerten die spezififch jüdifche Einstellung zu Erez Jisroel wie sie unzweideutig beispielsweise in Vers 8-9 des 11. Kapitels von דברים zum Ausdrude gebracht wird (vergl Kommentar von Rabbiner Hirfch zur Stelle) dann ist die wirkliche und wahrhaftige ״Zielsetzung" gegeben. Ob aber Richard Lichtheim der auf dem Kongreß die Zielsetzung der ״Bibel" für den Revisionismus in Anspruch nahm, sich zu dieser Anfchauung bekennt, ist sehr fraglich. Man sollte die Bibel lieber nicht zitieren, als sie dadurch zu diskreditieren, daß man sie fälfchlicherweise zum Kronzeugen für eine Art jüdifchen Imperialismus mißbraucht. Etwas ehrlicher war fchon Sokolow, der Nachfolger Weizmanns, jetziger Präsident der Zionistischen Welt- Organisation, welcher in seiner Eröffnungsrede, nachdem er sich einmal sozusagen versprochen hatte und erklärte, daß Gott allein unfehlbar ist.rafch hinzufügte, daß er diefe Ausdrucksform nur dann gebrauchen würde, wenn er sich einer theologifchen Sprechweise bediene. Er fährt fort: ״Wir wollen einfacher sagen, die Gefchichie der Volksgenius irrt nie." Deutlicher läßt sich die Kluft zwifchen dem offiziellen Zionismus und der jüdifchen Verbundenheit mit Erez Jisroel nicht ausdrücken. An Stelle Gottes, der ein ״theologischer Begriff" ist, setzt der Präsident des zionistischen Akiionskomites, den jüdischen Volksgenius. — Wenn einmal die Führer der Bewegung Gott und Gottes Wort nicht mehr bloß als theologifchen Begriff anerkennen werden, dann dürfte die Führerfrage auch gelöst sein. E. ¥ Ein Artikel über palästinensische Erziehungsfragen in Nr. 9 der Jerusalemer Monatsfchrift ״Hahed" konstruiert einen Gegensatz zwifchen den Prinzipien, die