Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- I (5691) 1930/31
- Issue
- Heft 9-10 (Juli 1931)
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 343 (sequence 59)
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343 Schluß ziehen, daß es Ihnen doch etwas Höheres, etwas Endgütigeres gibt als die Offenbarung Gottes, und wäre es selbst nur die — jüdische Nation. (Wird fortgesetzt.) Chronik Während diese Zeilen gefchrieben werden, sind die Verhandlungen des 17. Zionistenkongresses in Basel noch nicht abgefchlossen. Eine eingehende Würdigung muh daher Vorbehalten bleiben. Für heute sei lediglich auf zwei Fragenkomplexe hingewiesen, welche im Mittelpunkt des Zionistenkongresses standen. Die Frage der Zielsetzung und diejenige der Führerschaft. Weizmanns Ablehnen des Judenstaates wurde, so fcheint es, von der Mehrheit des Kongresses gebilligt. Die Führerqualitäten wurden nach Gesichtspunkten erwogen, die in erster Linie sich nach der Einsteilung zu England und zur Araberfrage orientieren. Der Standpunkt der Orthodoxie — als Orthodoxie - kam soweit die offiziellen Berichte autheniifch sind in diesen Fragen überhaupt nicht zum Ausdruck. Wir möchten daher nicht unterlassen im Zusammenhänge mit den Ausführungen des Kongreßpräsidenien, Motzkin, über die ״Protestrabbiner״, eine historifche Reminiscenz aufzufri'chen, welche eines aktuellen Interesses nicht entbehrt. Motzkin fchildert die Situation im Jahre 1898 mit folgenden Worten: ״Damals war es so, daß nur die jüdifchen Massen voll Erwartung und Hoffnung aufhorchten, während die einflußreichen Juden Protest über Protest erhoben, darunter auch leider sehr viele Rabbiner. Von da stammt ja der Nordau’fche Ausdruck ״Protestrabbiner" der neuerdings ja zu unserer Freude abgekommen ist. Wie kam es aber, daß das Unterfangen Herzls einen solchen Sturm in Berlin wie in Frankf urt, Petersburg wie in Wien hervorrief?" Die Antwort, die Motzkin hierauf gibt, verfchweigt völlig die Eigenart des Frankfurter Protestes. Es sei dieses hiermit nachgeholt. Rabbiner Dr.Salomon Breuer s. A. veröffentlichte damals gemeinsam mit den übrigen Mitgliedern des von ihm geleiteten orthodoxen Rabbiner-Verbandes folgende Erklärung, die sich auch gegen die Protestrabbiner wendet und die über Führerqualitäten in ihrem Absatz II und über den Judenstaat in Absatz IV interessante Auffchlüsse gibt. Sie lautet folgendermaßen: 1. ) ״Die Erklärung der Protestrabbiner beruht auf einem Irrtum. Die offen vorliegenden Theorien des Zionismus kollidieren keineswegs mit den religiösen Dogmen, dagegen kann es den Prinzipien der deutfchen Orthodoxie nicht entsprechen, einer Leitung Folge zu leisten, die anderen Prinzipien huldigt. 2. ) Es ist Pflicht der Orthodoxie, zu der religiösen Angelegenheit ersten Ranges, der Kolonisation Palästinas, tatkräftig