Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- I (5691) 1930/31
- Issue
- Heft 9-10 (Juli 1931)
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 340 (sequence 56)
- Belongs to
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340 Alfred: Die Thora? In wessen ,Namen spricht sie zu mir? Hurtig: Im Namen Gottes. Alfred: Also Religion? Grün: Sehen Sie, Herr Hurtig, damit kommen Sie nicht weiter. Hurtig: Lassen Sie mich nur. Wenn ich Ihnen, Herr Roden, jetzt antworten würde: Jawohl, Religion! so würden Sie mir sofort entgegenhalten, was denn die Religion mit der jüdischen Nation, mit dem jüdischen Nationalismus zu tun habe. Ich' aber sage Ihnen: Die Thora ist Israels nationale Religion. Nation und Religion sind im Judentum nicht zu trennen. Alfred: Das ist an sich nichts Eigenartiges. Meines Wissens hatte im Altertum jede Nation ihre nationale Religion. Sehr modern ist!es freilich nicht. Im Orient allerdings gibt es das noch heute. Im europäischen Mittelalter wohl auch. Wollen wir uns rückwärts entwickeln? Hurtig: Das können Sie nicht miteinander vergleichen. Die Thora ist göttlich. Gott hat sie der jüdischen Nation geoffenbart. Alfred: Stimmt das, Herr Grün? Grün: Ich möchte eher umgekehrt sagen: Die jüdische Nation hat der Welt und sich Gott und die Thora geoffenbart. Hurtig: Herrn Grün dürfen Sie nicht fragen. Er steht ja auf einem anderen Standpunkt. Ich für mich halte mich an die!Vorschriften der Thora gebunden und entnehme ihnen, wie ich; leben, und wie ich die jüdische Nation aufbauen soll. Alfred: Halten Sie auch Herrn Grün gebunden? Hurtig: An und für sich: Ja. Alfred: Halten Sie auch1 die jüdische Nation gebunden? Hurtig: An und für sich: Ja. Alfred: Wer bindet Herrn Grün und die jüdische Nation? Hurtig: Wer mich bindet: Gott. Alfred: Wird die jüdische Nation Palästina gemäß den Vorschriften der Thora aufbauen? Hurtig: Der Misrachi wird sich dafür einsetzen. Alfred: Und wenn er es nicht erreicht? Hurtig : Er wird kämpfen, bis er es erreicht. Kann er mehr tun? ן Alfred: Und bis dahin? Hurtig: Bis dahin wird er sich damit begnügen müssen,