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Nahalat tsevi · 1931-07-01 · Heft 9-10 (Juli 1931) · p. Seite 341

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
I (5691) 1930/31
Issue
Heft 9-10 (Juli 1931)
Date
1931-07-01
Page
Seite 341 (sequence 57)
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341 daß der Zionismus auch seinen Forderungen, den Forderungen der Thora Rechnung trägt. Alfred: Tut nicht jede klerikale Partei das gleiche? Worin ist der Unterschied? Hurtig: Der Unterschied besteht darin, daß die Thora in der Tat das Nationalgut des jüdischen Volkes ist, der Angelpunkt Seiner ganzen Geschichte. Alfred: Will der Zionismus nicht gerade in dieser Beziehung eine Aenderung eintreten lassen? Hat er nicht damit schon begonnen? Gibt es keine Schulen in Palästina, in denen die Jugend fern von der Thora erzogen wird? Man sagte mir Aehnliches. Grün: Das kann man nicht bestreiten. Auch meine Riehtung will und darf sich durchsetzen. Hurtig: Der Zionismus in Palästina gibt die heutige Struktur des jüdischen Volkes getreulich wieder. Kann es anders sein? Wäre es sonst eine wirkliche Nationalbewegung? Ich aber vertraue der Macht der Wahrheit. Die Thora hat es nicht nötig, sich in den Winkel zu verkriechen, wie die Separatisten dies tun. Mitten in die Nationalbewegung stellen wir sie hinein. An ihrem Licht sollen sich die jüdischen Herzen entzünden. Ist denn die Thora den jüdischen Herzen fremd? Alfred: Einstweilen sündigt aber der Zionismus in Palästina, wenn er Schulen unterhält, deren Lehrprogramm gegen die Thora verstößt? Hurtig: Allerdings. Alfred: Gestattet es Ihnen Ihr Gewissen, dem Zionismus anzugehören, wenn er sündigt? Hurtig: Ja. Für mich ist der Zionismus nichts anderes als die jüdische Nation, insofern sie sich auf sich selbst besonnen hat. Kann man aus seiner Nation austreten? Darf man es? Sind etwa die alten Propheten Israels aus der jüdischen Nation ausgetreten, weil sie sündigte? Sind sie nicht erst recht in ihr verblieben, und haben sie nicht ihr Leben preisgegeben, um ihre Nation zu bessern und zu retten? Grün: Ich glaube, Herr Hurtig hat vollkommen recht. Finden Sie nicht auch, Herr Roden? Alfred: Einen Augenblick. Ich bin zu unwissend, um darauf sofort ,mit Gegenargumenten zu kommen. Aber mir sagt mein Gefühl, daß es nicht stimmen kann. Wäre ich wirklich davon überzeugt, daß es eine Offenbarung Gottes an das jüdische

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