Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- I (5691) 1930/31
- Issue
- Heft 9-10 (Juli 1931)
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 332 (sequence 48)
- Belongs to
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332 und des Bethamidrasch gleichzeitig widmen!können, ohne an den!Klippen dieser Doppelbelastung zu!scheitern. Da!ß Rabbiner;Breuer auf beiden Gebieten sein Bestes hergab, daß er neben!seiner Tätigkeit als Jeschi wohleiter;einen großen Teil seiner Zeit und Kraft den Predigten und Vorträgen widmete, die er, neben seinen Vereinsvorträgen, in Synagoge und Hörsaal alle 14 Tage hielt, bis das herannahende Greisenalter den Unermüdlichen zur Schonung seiner Kräfte zwang, diese restlose Hingabe an die Aufgabe!seines Amtes war ein Ausfluß seiner peinlichen Gewissenhaftigkeit, die ihn jeden Mangel an Fleiß, an Ordnungssinn und Pünktlichkeit, wie jedes Abweichen Von dem als richtig erkannten Wege, als einen Verrat an der heiligen!Sache, die!ihm anvertraut war, empfinden ließ. Ein!Zeuge dieses strengen Ernstes, mit dem er die Grand- Iichkeit seines Lernens und Forschens aus dem Bethamidrasch auf die Kanzel übertrug, sind seine!unterlassenen Schriften, von denen jetzt der zweite!Teil erschien. Wer diese Schriften liest und sofort beim Beginn des Lesens merkt, daß diese Schriften )nicht oberflächlich gelesen, sondern gründlich gelernt 'und studiert sein wollen, /den wird beim Studium dieser Schriften die Empfindung nie verlassen, daß hier Kanzel und Bethamidrasch zu einer ganz eigenartigen Verbindung sich zusammenfanden. Diesen agadischen Reden ist die wortkarge, beinahe herbe und nüchterne Diktion des halachischen Schrifttums eigen. Da ist jeder Satz und jedes Wort überlegt, genau abgewogen und in die Form gebracht, von der sich1 der Redner den höchsten Grad der Klarheit und Wirkung versprach. Man muß Schon ״lernen“ können, um für den Reiz dieser Reden empfänglich zu sein, die in ihrem Aufbau und erst recht in den Schärfen Linien ihrer!logischen ,Beweisführung an die Architektonik halachischen Denkens gemahnen. Der jüdische Büchermarkt ist nicht so reich an wirklich guten Erzeugnissen, daß die literarische Kritik es verantworten könnte, an den bisher erschienenen Teilen von חכמה ומוסר achtlos ]vorüberzugehen oder sie dem Publikum mit ein paar konventionellen Redewendungen zu!empfehlen. Zwar ist, wie schbn (Koheleth sagte, des vielen Büchermachens kein Ende, doch1 inur gering ist die Zahl der Bücher agadischer Natur, die sich1 von den üblichen Plattheiten moralischer Traktätlein ebenso fern halten, wie von den Ausschweifungen eines rnysti-