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Nahalat tsevi · 1931-07-01 · Heft 9-10 (Juli 1931) · p. Seite 331

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
I (5691) 1930/31
Issue
Heft 9-10 (Juli 1931)
Date
1931-07-01
Page
Seite 331 (sequence 47)
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331 nisse der Midraschexegese durch eine Verbindung von חכמה und מוסר wahrhaft fruchtbar werden zu lassen. Hier ist der Punkt, in dem sich uns die Bedeutung dieser Reden in ihrer ganzen Eigenart herauszustellen scheint. Es war ein Verhängnis und es war eine blinde Verkennung der großen Gefahren, die man damit heraufbeschwor, als man in jüdischen Kreisen zum ersten Male zuließ, daß sich die Kanzel vom Bethamidrasch und das Bethamidrasch von der Kanzel emanzipierte. Seitdem dies geschah, konnte sich im Volksbewußtsein der Wahn festsetzen, daß die ״Predigt“ etwas Neumodisches und das ״Lernen“ etwas Altmodisches sei. Die Kanzel sei für die ״Erbauung“ des Amhaarez bestimmt, während der Thorakundige nur im Bethamidrasch seine wahre Heimat fände. Mit diesem Gegensatz zwischen Kanzel und Bethamidrasch wenigstens in Frankfurt gründlich aufgeräumt zu haben, ist auch ein historisches Verdienst, das sich Rabbiner Breuer *זצ״ל mit seiner חכמה ומוסר-Tätigkeit erwarb. Rabbiner Breuer war zweifellos der erste deutsche Rabbiner, der in die deutsche Predigt die Lehr- und Lernmethode des Bethamidrasch' einführte. Sein Buch will darum nicht gelesen, sondern gelernt und studiert sein. , Lernt und studiert man heute diese Reden und erinnert sich dabei, daß der Mann, der einst diesen gedruckten Worten den lebendigen Odem seiner Persönlichkeit eingehaucht, zug|leich der Gründer und Führer seiner Jeschiwoh war, dann wird man sich im Angesicht der Arbeitskraft, die hier jahrzehntelang verausgabt wurde, eines Gefühls staunender Dankbarkeit nicht entschlagen können. Weite Kreise haben keine Ahnung, was es heißt, jahraus, jahrein talmudische Lehrvorträge Von der Art derjenigen zu halten, wie sie Rabbiner Breuer zu halten pflegte. Lernen und Lernen ist zweierlei. Es ist ein Anderes, einen Daf jaumi-Schiur zu halten, und ein Anderes, sich zuweilen tagelang in ein schweres תוספות mit מהרש״א zu versenken, und man muß schon ein echter und rechter Talmid Chochom sein, wenn man es erfolgreich wagen will, sein talmudisches Können tagaus, tagein vor wissenden, zu kritischer ,Prüfung durchaus befähigten Bachurim zu erweisen und so nebenher, neben den vielfältigen Berufspflichten eines Gemeinderabbiners, auch noch das Kanzelerbe eines S. R. Hirsch zu verwalten. ' ■. Nur!ein ganz Großer wird sich den Aufgaben der Kanzel

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