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Nahalat tsevi · 1931-07-01 · Heft 9-10 (Juli 1931) · p. Seite 330

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
I (5691) 1930/31
Issue
Heft 9-10 (Juli 1931)
Date
1931-07-01
Page
Seite 330 (sequence 46)
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330 Religionsgesellschaft die Unverkäuflichkeit des אמה verkündet wurde. ״!; Man würde aber den Nachfolger Rabbiner Hirschs in seiner originalen Bedeutung verkennen, wollte man die Treue, mit der er das Erbe seines Vorgängers verwaltete, als einen Beweis seines Epigonentums betrachten. Er war nichts weniger als ein Epigone. Schon in ihrer äußeren Form sind diese חכמה ומוסר-Reden grundverschieden von dem, was man gewöhnlich unter predigten versteht. Als ein bekannter deutscher Rabbiner, der selbst ein fruchtbarer homiletischer Schriitstelier war, eine von, diesen Reden . persönlich angehört hatte, sagte er zu Rabbiner Breuer: ״Ich könnte und würde aus dieser einen Rede zehn Predigten machen.“ Nun ist es ja gewiß nicht schwer, in einer Rede eine Fülle von agadischem Material zusammenzutragen; es ist aber sehr schwer, und es bedarf hierzu eines ebenso ausgebreiteten wie gründlichen Wissens um die kostbarsten Kleinodien der Agäda, um in einer Rede, die nicht langweilen und ermüden, sondern anregen und wirken soll, eine Fülle von Midraschworten um einen das Ganze beherrschenden Gedanken zu gruppieren und hierbei das tiefe Dunkel zu erhellen, das über jedes einzelne dieser!Worte in seiner Isoliertheit gebreitet war. Wer die Reden!Rabbiner Breuers heute liest, der muß und wird sich sagen : .,Hier ist scheinbar spielend, aber in Wirklichkeit mit einem ungeheuren Aufwand von eindringender und zusammenschauender Kraft eine Aufgabe gelöst worden, an die sich nur ein von חכמה ומוסר erfüllter Geist heran wagen konnte. Diese Aufgabe war: das Wort des Midrasch so reden lassen, als ob es dem Geist und den Bedürfnissen der Gegenwart entquollen wäre; nicht eitlen Witz und müßiges Spiel, sondern gründliehe Erforschung von Sinn und Geist des Thorawortes als den einzigen Weg erkennen, der zum Verständnis der Gedankenwelt der schriftlichen und mündlichen Lehre führt; an jedes Midraschwort mit dem gleichen Ernste und der gleichen wissenschaftlichen Gründlichkeit herangehen, wie es bei einem Ausspruch' der Halacha selbstverständlich ist; kein Midraschwort zu verstehen glauben, solange es nicht gelingt, seine Unentbehrlichkeit für das Verständnis eines Thorawortes nachzuweisen: das ist das wissenschaftliche Ziel, idem sich diese Reden zu nähern suchen. Und Hand in Hand mit dieser gelehrten Forscherarbeit geht das Bedürfnis des Volksredners, die Ergeb-

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