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Nahalat tsevi · 1931-07-01 · Heft 9-10 (Juli 1931) · p. Seite 328

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
I (5691) 1930/31
Issue
Heft 9-10 (Juli 1931)
Date
1931-07-01
Page
Seite 328 (sequence 44)
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geistigen Schärfe und Zielsicherheit, mit der er zu jeder Zeit und in jedem Zusammenhang alles Jüdische als etwas Göttliches empfand und .verkündete, einmalig in dem starken, ehrliehen, ganz und gar nicht konventionellen Wiederhall, den sein gewaltiges Wort überall gefunden hat, wo es hingedrungen ist, einmalig aber auch in dem reinen Altarfeuer seines unbeugsamen Willens und seiner sachlichen!Forderung — das hat sein Nachfolger so tief empfunden, daß er in seiner Bescheidenheit diese Nachfolge stets als eine von Gottes Vorsehung ,ihm auferlegte Schicksalslast begriff. Schon in seiner Antrittsrede rief er aus: ״Einen zweiten Rabbiner Hirsch gibt es in unserer Zeit nicht mehr! ׳Das haben Sie sich, als dieser große Mann die Augen schloß, sagen müssen. Feierlichst aber gelobe ich, die Heiligtümer seines Lebens in seinem Geiste und in seinem Sinne zu wahren und zu pflegen.“ Und wenn wir uns heute fragen, ob es Rabbiner Breuer gelungen ist, jenes feierliche Gelöbnis zu erfüllen, so darf uns der zu seinem Jahrzeitstag erschienene zweite Teil seines Werkes הכמה ומוסר ein willkommener Anlaß sein, diese Frage heute nach einer Richtung hin zu beantworten!und eine Würdigung seiner Persönlichkeit zu versuchen, wie sie sich in den bisher erschienenen Teilen seines nachgelassenen Schrifttums darstellt. Es wäre ein dankenswertes Unternehmen, eine Geschichte der jüdischen Predigt zu schreiben. Ihre vornehmste Aufgabe wäre, den Helferdienst zu beschreiben, den, seitdem es eine Thora gibt, Halacha und Agada einander geleistet haben. Gesetz und Lehre sind aufeinander angewiesen. Das Gesetz bedarf der Lehre, um den Weg in das Volk zu finden, und die Lehre bedarf des Gesetzes, um nicht, den Lockungen der autonomen Vernunft erliegend, in subjektive Willkür auszuarten. Die Geschichte der jüdischen Predigt ist die Geschichte des jüdischen Lebens, der jüdischen Wirklichkeit, der einzelnen jüdischen Generationen in ihrer Reaktion auf die ewigen Forderungen der wohl stets aufbaufähigen, doch in ihren Grundzügen unveränderlichen Halacha. Und wie das jüdische Leben, die jüdisehe Wirklichkeit, die Reaktion der einzelnen jüdischen Generationen auf die Forderungen des Gesetzes mit dem Charakter, dem Geschmack, den geistigen Antrieben und der inneren Reizsamkeit der Geschlechter sich wandeln und wechseln, so kann man die jüdische Predigt geradezu als das Barometer bezeich-

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