Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- I (5691) 1930/31
- Issue
- Heft 9-10 (Juli 1931)
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 311 (sequence 27)
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311 hat Ihnen, mit Verlaub, das Hinstarren auf den Urgrund eines Bibelwortes einen schlimmen Streich gespielt. Zwar ist auch hier Ihnen Hirsch insofern vorausgegangen, daß er sich das Wort מ7בח ganz genau angeschaut hat. Diese genaue Anschau führte ihn aber gerade zu dem entgegengesetzten Ergebnis, daß es eine völlige Verkennung dieses Wortes wäre, aus מזבח die harte Sinnlichkeit von Schlachtstatt herauszuhören. Der Wurzel זבח schwebt nicht die Absicht der Vernichtung, sondern die der Nahrung vor. זבח״ heißt ganz eigentlich: Mahl.... das Opfer wird ja überhaupt als ״Mahl“ gefaßt, es ist לחם אשה די Nahrung des göttlichen Feuers auf Erden.“ (Komm. Gen. 8,20). Wenn bei מזבח, wie Sie meinen, das Schlachten in der ganzen Sinnlichkeit dieses Vernichtungsaktes wirklich das Primäre wäre, wie käme dann Jecheskel dazu, den מזבח geradezu חרא׳ Gottesberg zu nennen? Und wie käme die biblische Vorstellungswelt dazu, מזבח als etwas Erhabeneres zu empfinden als מצבה, obwohl die brutale Sinnlichkeit des Schlachtens nur dort anklingt, aber nicht hier? Ueber ״reach nichoach“ reden Sie so, als ob Sie der Erste wären, der die Wahrheit entdeckt hätte, daß nichoach nicht durch ״lieblich“ wiedergegeben werden kann. Schon Hirsch hat die Uebersetzung ״lieblich“ verworfen. Schon Hirsch hat in seiner Erklärung von Gen. 8,21 den Zusammenhang dieses Wortes!mit ״ruhen“ erkannt. Er hat aber dieses Wort doch noch gründlicher angesehen als Sie. Sie schreiben: ״Das Wort hängt mit ״ruhen“ zusammen, aber auch ״beruhigend“ wäre ungenau, das Wohlgefallen muß mit dabei sein; man nehme alle Momente zusammen und hat unser ״Ruch des Geruhens.“ Geruhen Sie bitte einzusehen, daß Hirsch das Richtige traf, wenn er die substantivische Pielform nichoach mit ״Willfahrung“ wiedergab. Nichoach heißt nicht geruhen, sondern zur Ruhe bringen, Ruhe gewähren und daher auch Wunschgewährung, Willenserfüllung. Ihre Verdeutschung ״Da roch Er den Ruch des Geruhens“ klingt zweifellos feudaler als das biedermeierische ״Da nahm Gott den Ausdruck der Willfahrung wahr“; wenn Sie aber zu Ihrer Uebersetzungsakrobatik durch die Erwägung gelangten, das Wohlgefallen müsse mit dabei sein, so dürfte diese Beibehaltung des Wohlgefallens auf die Suggestion des landesüblichen ״lieblich“ zurückzuführen sein, von dem Sie offenbar nicht ganz loskommen konnten öder wollten. 1 1 ' י '■׳ : ' | I;