Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- I (5691) 1930/31
- Issue
- Heft 9-10 (Juli 1931)
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 301 (sequence 17)
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301 ungestört, als sie andere Möglichkeiten ״in hohem Maße ausschließt“. Als Grundcharakter Israels, der die reine Gottesoffenbarung verbürgt, betrachtet daher Hirsch (Komm, zu Ex. ,14,11) die kritische (und abweisende Einstellung gegenüber jeder Autorität. Wie sich noch in später Zeit die bloße seelische Präfiormierung als Weg der gesetzlichen Ueberlieferung erweist, ersieht man am besten aus der Bemerkung M. Auerbachs ״Ueber das gegenseitige Verhältnis der IMischnajoth Nasir V, 1—3“, Jeschurun XI Heft 5/6, S. 260 Note 7. Da wird die Halevysche Vermutung, die vorhillelischen Halachoth seien schon seit der Großen Versammlung Esras formuliert gewesen, als unzureichend begründet bezeichnet und statt dessen nur eine unredigierte und unformulierte Existenz dieser Halachoth für die betreffende Zeit angenommen. Sind aber feste, das Leben wirklich in seinem ״Gange“ regelnde ״ הלכותohne Formulierung und Redigierung“ vorstellbar? Sie setzen ein präformiertes Seelenleben zur Aufnahme göttlicher Sinaioffenbarung voraus. Mit dieser Einsicht wäre ein Weg gewonnen, die Differenz zweier schon in die Welt der Wahrheit heimgekehrter Verehrer unseres großen Meisters, nämlich den Streit Lemer ד.כ*מ — Hatevy auszugleichen, und obendrein ein unerwarteter Blick in die Interna rabbinischer Tradition. Die gleiche Erkenntnis gewinnen wir jedoch aus der ständigen Erscheinung der aimoräischen Zeit, daß zu einem Amora gesagt wird: תניא דמסייעאלך eine Boraita enthielt schon deine Meinung. Das heißt: Was dir als Meinung eines Einzelnen erscheint, ist in Wirklichkeit überlieferte Halacha. Da aber Seele und Welt aus einer Gotteshand hervorgegangen sind, so ist in der Seele der Menschheit Fähigkeit zum Empfang weiterer Offenbarung solange gegeben, als sie in den Rhythmen der Ur- Offenbarung weiterpulsiert von Geschlecht zu Geschlecht. Dies ist der Anteil der Seele des Juden an seiner Thora, die von Gott kam. Das Licht der Gotteslehre, verblieb den übrigen Völkern in Trübung, uns in Reinheit. Oder wie es in liebereinstimmung mit oben zitiertem Ramban Hirsch zu Deut. 33,2 sagt: ״Mit Ismael kündigte sich für Israel der Tag an; mit Esau leuchtete nach ihm hin das Morgenrot; mit מ״ת am Sinai trat das Gotteslicht in Israels Mittagslinie ein.“ 3. Dieser von außen kommenden, aber innen mitpräformierten Grundlage des Thora recht׳, s entspricht sei e Aeußerung in seinen wichtigsten Vorschriften, von denen wir hier