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Nahalat tsevi · 1931-07-01 · Heft 9-10 (Juli 1931) · p. Seite 299

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
I (5691) 1930/31
Issue
Heft 9-10 (Juli 1931)
Date
1931-07-01
Page
Seite 299 (sequence 15)
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299 nur schwer in dieses Schema fügen lassen und von einer ״den Nieren“, d. h. den Tiefen des Seelischen entströmten Thora der Erzväter reden; vgl. auch Ende Mischna Kidduschin und schließlich auch Oen. 26, 15; — endlich zeugen, wenn auch indirekt, auch die Gesetzgebungen der Kulturvölker der Patriarchenzeit spurenweise vom Vorhandensein einer Ahnung göttlichen Willens in den Großen auch des Heidentums, — wenngleich in tausendfacher Trübung. Der Talmud Sanh. 48/9 löst wohl diese Schwierigkeiten mit dem Hinweis auf die noachidische Ge- Gesetzgebung Gen. 9,1—7 und die adamitische 2,16; hiernach sind auch in der urältesten Menschheit die Gottesgesetze nicht eingeborenes Naturrecht, sondern geoffenbarte Lehre gewesen, ebenso einmalig und unvergleichlich wie später die sinaitisehe Offenbarung. — Dennoch ist es nicht im Sinne unserer Ueberiieferung, die Einmaligkeit, Unjvergleichlichkeit, Objektivität und göttliche Herkunft irgendwelcher Offenbarung Gottes so zu verstehen, als habe Gott nicht auch die Seele der Offenbarungs-Empfänger in geeigneter Weise vorbereitet und befähigt zu ihrem Empfange; dagegen verwahrt sich besonders Nachmanides Ex. 19,9: ״Fern sei es, Abrahams Nachkommenschaft für nicht glaubensbereit zu halten.“ Und A. Markus (Verus) in seiner populären Studie ״Chassidismus“ S. 17 macht sogar darauf aufmerksam, daß eine gar zu äußerlich ״akustisehe“ Auffassung des Offenbarungsaktes die Thora zu ״leerem Schall“ berabwürdige und manche Verirrung des Mendelssohnschen Kreises mitverschuldet habe. Ist ja selbst Deut. 10,15 die Offenbarung als Vorzug bezeichnet, den nur die Nachkommen der Erzväter erlangen konnten. Nach alledem erscheint es richtig, die Frage, ob das Thoragesetz zum Volke Israel ״nur von außen“ herankam, psychologisch zu untersuchen. 2. Es ist wohl die Zeit vorbei, in der die Berufung auf Seelisches zugleich als eine solche auf Willkürliches, Regelloses, Unbeherrschtes und Unbeherrschbares und somit in jedem Zugeständnis menschlichen Anteils am Offenbarungsakt zugleich ein solches menschlicher Berechtigung zum Herumdoktern am Offenbarungsinhalt vollzogen erschien. Die Gegenwart sieht Regelmäßigkeit und Naturgesetz auch in den Vorgängen des Seelenlebens der Einzelnen und der Gemeinschaft. Auch Unformuliertes und Unredigiertes, ja Unbewußtes vollzieht sich nach strengen Gesetzen. Die Zeit ist vorbei, in welcher man alles Gesetzmäßige und darum Unsympathische ״Geist“ und

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