Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- I (5691) 1930/31
- Issue
- Heft 9-10 (Juli 1931)
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 290 (sequence 6)
- Belongs to
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290 Orient des Islam, welche den Grundton der Galuthfrage Israels verstanden haben. Hätte die Judenheit damals, als es galt, eine Erklärung zu formulieren, eine Antwort gefunden, welche einen Abschluß der Galuthschulen sowohl für Israel als auch für die Menschheit bedeutet hätte, so wären sittliche Momente die Grundlage der Friedensverträge geworden. Nicht historische Ansprüche durften die Grundlagen bilden, sondern der Verzicht der Starken gegenüber den Schwachen. So aber, ohne Thauro, ohne המקדש nomußte auch die Balfour-Deklaration ein Ball im freien Spiel entfesselter Kräfte werden und so viele Starken fügten zu der Faust den Haß. Wo aber sind diejenigen, die den Mut aufbringen, der aufhorchenden Welt — und sie wird aufhorchen 1— zu erklären, daß eine ganz neue Interpretation der Balfdur-Deklaration geschaffen werden müßte, eine Art Cyrus-Interpretation, welche den Weg aus Galuth als den Weg der Thauro auffaßt, und die so der Politik sittliche Grundmotive aufzwingen? Das wäre der Anfang des Tages, an dem Starke und Schwache sich finden zum Wege zu Gott. Daß diese Frage nicht gestellt wird, daß diese Erklärung nicht gegeben wird, das ist Galuth-Elend für Israel und die Menschheit. ״Wenn aber“, so dachte einst Jirmijahu, ״der Weg der Völker zu Israel der Weg Gottes ist, dann werden die Völker in!meinem Volke sich ihr Glück zimmern.“ Diesen Weg zu zeigen ist Israels Galuthaufgabe. Das ist unsere Stimme in der Debatte um das Ziel des jüdischen Wollens. P. K. Rabbiner Hirsch זצ״ל und der jüdische Nationalismus. Von Rabbiner Dr. Joseph Breuer. Welche Stellung nimmt die Frage des jüdischen Nationalismus in dem Lebenswerke Rabbiner HirsChs ein? Diese Frage stellen heißt, den tiefen Sinn der großen Botschaft verkennen, der die ganze Lebensarbeit dieses Großen galt. Sie kommt der Frage gleich, welche Stelle dem Gedanken des jüdischen Nationalismus in unserem göttlichen Lebensbuch eingeräumt ist, was Propheten von der hehren Warte ihrer gott- und thoraerfüllten Erkenntnis unermüdlich geleistet haben, um