Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- I (5691) 1930/31
- Issue
- Heft 9-10 (Juli 1931)
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 289 (sequence 5)
- Belongs to
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289 von ihm im Konzert!der Völker, Von ihm als Gesamtteil die Rede wäre? Und!siehe da, vom בית המקדש keine Rede, keine Rede von Thauro als Weg hierzu. Die Frage konnte als אתחלתאדגאלה bewertet [werden, als Erlösungsbeginn, die Antwort aber in ihrer negativen Art mußte 1sein u,nd war eine Verschärfung von Galuth. Man darf 1sich deshalb nicht wundern, wenn auf zionistischen ,Kongressen von Gott und Thora so wenig verlautet. Deshalb auch die Vergeblichkeit der Bemühungen des Misrachi. Beantwortet man grundsätzlich die schwere Galuthfrage im Sinne des Nur-Nationalismus, anerkennt man die Möglichkeit eines anderen Weges!als den der Thora zu dem um den Kulturmittelpunkt des בית המקדש geeinten Volkstum, 90 bedeutet dies nationale Unreife, ergo — Galuthnotwendigkeit. Eine einzige Weltmacht gab es, welche das Galuth auch als Frage an die Menschheit auffaßte. Da war fast in ,alle Volkschaften durchs Galuth ein heterogenes Element eingesprengt worden. Dieses Element war schwach, schutzlos, fremd. Und so war Galuth eine bittende Frage der Schwachen an die Starken geworden. Es war immer ein charakteristisches Kulturniveau auf dem Gebiete der!ethischen Kultur, wie sich der Starke gegen den Schwachen benimmt. Ob das Faustrecht mit dem Schwerte oder den allen bills ausgeübt wird, bleibt einerlei. Die Judenfrage, wie man sie nennt, ist eine Schule der ethischen Kultur für die Starken. Das ABC dieser Schule leitet aber seinen Ursprung nicht aus geschichtlichen Momenten, aus sogenannten historischen Ansprüchen, sondern aus der Thauro ab. Wenn deshalb Juden über Nacht in das Getriebe politischer Gestaltungen gestellt wurden, so hätten sie in Galuthreife an eine reife Menschheit Forderungen für Schwache als sittliche Forderungen vortragen müssen. Das haben die jüdischen Zeitgenossen von Cyrus 'begriffen, das hat Cyrus selbst begriffen, wenn Cyrus sprach: ״Im Galuth Israels hat Gott ,an tnich die Frage gestellt, ob ich nicht zum Bau eines בית המקדש sein Volk entsenden möchte“, und also geschah es. Seitdem ist eine solche Stimme nicht!mehr gehört worden. — Es kam Galuth zum dritten Male. Man hätte meinen sollen, daß es der Welt viel leichter geworden wäre, die Fragen der Galufh-Schule zu beantworten. War sie doch im Grunde genommen von Weltanschauungen beherrscht, welche den Uebermut der Starken zügeln sollte. Tatsächlich gab es erleuchtete Persönlichkeiten im Abendlande des Christentums und im