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Nahalat tsevi · 1931-06-01 · Heft 8 (Juni 1931) · p. Seite 270

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
I (5691) 1930/31
Issue
Heft 8 (Juni 1931)
Date
1931-06-01
Page
Seite 270 (sequence 22)
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270 werden. Sie sollen überhaupt nicht aufeinander zurückgeführt Werden. Vielmehr sollen ihre Verhältnisse zueinander, ihre Korrelationen aufgezeigt werden. Und nicht so, wie der denkende Verstand sie begreift, sondern wie die Wirklichkeit des Lebens und d^r Geschichte sie uns sehen lehrt. Dadurch gewinnt die Philosophie Rosenzweigs einen ausgesprochen ontologischen Charakter; sie gibt keine Lehrsätze, sondern beschreibt den historischen Ablauf des Weltprozesses. Im ersten Teil werden die drei Elemente in ihrer Isolierung erwiesen. Rosenzweig geht!jedem von ihnen nach bis in die allerletzte Tiefe ihres Erfahrenwerdens. Sie stehen sich zunächst als in sich abgeschlossene Teile des Alls beziehungslos, kalt und stumm einander gegenüber, in gegenseitiger Transzendenz. So behandelt der Verfasser nacheinander Gott und sein Sein oder Metaphysik, die Welt und ihren Sinn oder Metalogik, den Menschen und sein Selbst oder Metaethik. Aber in der Wirklichkeit kennen wir die;Elemente nur als verbundene. Sie treten aus ihrer heidnischen Todesstarre heraus und werden offenbar. Diese Selbsterschließung vollzieht sich als innere Umkehr, dergestalt, daß die immanenten Eigenschaften der Elemente sich gleichsam in ihre ״Außenseite“ verwandeln, die, sei es gebend oder empfangend, die Brücke zu den anderen Elementen schlagen. Der zweite Teil stellt diesen Umkehrungsprozeß dar und schildert mit einer Ueberfülle wertvollster Gedanken das Zusammenwirken der drei Teile des Alls, aus dem der lebendige Weltprozeß hervorgeht. Gott wird zum Schöpfer und zum immerwährenden Grund der Dinge, die Verbindung mit dem Mensehen vollzieht sich aber durch die Offenbarung oder ״die allzeiterneute Geburt der Seele“, und auch die Welt muß sich Gott und den Menschen zur Gestaltung öffnen, und erst wenn sie das Reich Gottes und der Menschen geworden ist, wenn sie ״erlöst“ ist, wird ihr wahres Wesen offenbar. Die Geschichte des Lebens ist nichts anderes als der zeitliche Ablauf von Schöpfung, Offenbarung und Erlösung, der ״eine Strom der Weltzeit, der... von Weltmorgen über Weltmittag zu Weltabend die ins Dunkel des Etwas auseinandergestürzten Elemente des All wieder zusammenführt in dem einen Welttag des Herrn.“ Die erlöste Welt, die ״ewige Ueberweit“, und die Aufzeigung der ״Gestalt“, des Lebens im Lichte Gottes bilden den Inhalt des dritten Teils. Die beiden großen Wege zur Herbeiführung der Erlösung werden zunächst anti-

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