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Nahalat tsevi · 1931-06-01 · Heft 8 (Juni 1931) · p. Seite 269

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
I (5691) 1930/31
Issue
Heft 8 (Juni 1931)
Date
1931-06-01
Page
Seite 269 (sequence 21)
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269 Der Stern der Erlösung. Von Rabbiner Dr. E. Munk, Ansbach. Unter den Versuchen aus der neueren Zeit, die Lehren des Judentums philosophisch zu begründen, kann der von Rosenzweig in seinem ״Stern der Erlösung“ unternommene unsere ganz besondere Aufmerksamkeit beanspruchen. Denn während die meisten der anderen Versuche als völlig einseitig und daher von vornherein unzulänglich gelten müssen, gelingt es Rosen* zweig die wesentlichen Grundgedanken des Judentums in einheitlicher Schau zu erfassen und in seinem System der Philosophie, das die neue ״Weltanschauung“ geben will, einzugliedern, ln staunender Ergriffenheit sieht der jüdische Leser aus den Tiefen der philosophischen Gedankenwelt, in die ihn Rosenzweig geführt hat, die drei vertrauten Grundlehren des Judentums emporsteigen: Schöpfung, Offenbarung und Erlösung, die gleichen, die, in kaum veränderter Fassung, schon Joseph Albo und viele nach ihm aus den dreizehn Glaubenssätzen des Rambam herauskristallisiert hatten. Nur, daß sie neugefestigt und in modernster Gewandung sich uns aufs neue präsentieren. Wie hat Rosenzweig diese Leistung vollbracht? Kann sein Werk als System jüdischer Philosophie gewertet werden? Die jüngst erschienene zweite Auflage seines Buches (Verlag j. Kauffmann, Frankfurt a. M., 1930, 3Bde.), das schon manche Entfremdete dem Judentum zurückgewonnen hat, gibt willkommenen diese Fragen zu besprechen. Das System selbst kann hier nur in flüchtigen Strichen gezeichnet werden, und unter Fortlassung aller prinzipiellen und methodischen Auseinandersetzungen des Verfassers. R. nimmt seinen Ausgang von den drei großen Gegebenheiten des ,Alls: Gott, Welt und Mensch. Die Philosophen bis auf Hegel;hatten stets versucht, je zwei dieser Urelemente auf das dritte zurückzuführen, oder aus ihm abzuleiten. Aus dieser Zielsetzung entstanden die drei rationalen Wissenschaften der Antike, des Mittelalters und der Neuzeit, die Kosmologie, die Theologie :und die Psychologie. Doch hat jene Methode des abstrakten Denkens Schiffbruch erlitten, weil das Ich in der ganzen Eigenart seiner Individualität sich nicht in das All einordnen ließ. Darum sollen die drei Elemente nicht von einem festgelegten Standpunkt aus zu einem einheitlichen All rekonstruiert

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