Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- I (5691) 1930/31
- Issue
- Heft 7 (Mai 1931)
- Date
- 1931-05-01
- Page
- Seite 239 (sequence 25)
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239 Zweifel daran ist nicht mehr möglich. Die Ziffern der Statistik ,reden eine grausige Sprache. Fast läßt sich die Zeit schon berechnen, da der Menschenschlag, der die deutsch-jüdisehe Geschichte tätigte und litt, der Vergangenheit angehören wird. Mit dem jüdischen Liberalismus ist in dieser Frage aller Fragen eine Auseinandersetzung nicht möglich. Kaum ein einziger Vierstandesgrund läßt sich gegen die Rationalisierung der Zeugung Vorbringen. Rationalisierung heißt Regelung nach dem .Verstand. Man kann den Verstand nicht mit dem Verßltand bekämpfen. Daß der Verstand nicht gegen die Regelung nach dem Verstand ist, versteht sich von selbst. In dieser Frage aller Fragen hat sich der Verstand des jüdischen Menschen mit Jißroels Gott Aug in Aug auseinanderzusetzen. Aber der jüdische Liberalismus hört Gottes Wort nicht mehr, das Wort des Mundes Gottes nimmt sein Ohr nicht mehr auf. Wenn keine Wunder geschehen, wird der jüdische Liberalismus, geistig längst jedes Haltes bar, völlig auf die pseudoreligiöse Verbrämung jeder Tagesmeinung, angewiesen, physisch am Kapitalismus zugrunde gehn, wie er psychisch letzten Endes dem Kapitalismus sein Entstehen zu verdanken hatte. Was die Zeit hervorbringt, schluckt die Zeit. Wie aber steht es mit der deutsch-jüdischen Orthodoxie? Ihr allein hat sich nunmehr die weitere Betrachtung dieser Studie zuzuwenden. Hitler, Weizmann, Wirtschafts not sind Probleme aller deutschen Juden. Das Problem des Geburtenrückgangs aber, wenn es auch die ganze deutsche Judenheit betrifft, ist nur vom Standpunkt des Thora-Judentums ein wirkliches Problem, also eine Aufgabe, die der Lösung entgegengebracht werden kann und muß. Die geschichtliche Erfahrung zeigt, daß menschliche Maßnahmen dem Geburtenrückgang, wenn er seine Gründe in der Volkspsyche hat, völlig hilflos gegenüberstehn. Weder die zahllosen Gesetze des römischen Kaiserre ich s noch die Bestimmungen des modernen Frankreich haben sich als wirksam erwiesen. Sie richten sich alle an den Verstand. Gerade der Verstand aber besitzt übermächtige Gründe, die der Rationalisierung immer wieder das Wort reden. Ist daher einmal die Zeugung eine Angelegenheit des Verstandes geworden, so ist ihr Schicksal besiegelt. Der deutsch-jüdische Liberalismus wird das Schicksal des deutsehen Volkes teilen, dem sich geistig anzuähneln er sein kost-