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Nahalat tsevi · 1931-05-01 · Heft 7 (Mai 1931) · p. Seite 238

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
I (5691) 1930/31
Issue
Heft 7 (Mai 1931)
Date
1931-05-01
Page
Seite 238 (sequence 24)
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23» verfällt immer mehr der — Zivilisation. Ist nicht Ob und Wann und Maß der Zeugung letzten Endes entscheidend für den ganzen Lebensstandard des Einzelnen und seiner Familie? Soll gerade hierin der ״rohe Naturtrieb“ oder der ״täppische Zufall“ walten, während sonst überall die kühle Ueberlegung, das vernünftige ,Rechnen, die weise Vorausschau am Werke ist? Nur veraltete Vorurteile können Hemmung bereiten. Nachdem die Eheschließung längst kapitalisiert ist, braucht man nicht länger zu zaudern, das Eheleben nach den nämlichen Gesetzen zu ordnen. — Soll etwa der Staat sich schützend vor das werdende Leben stellen? Wer gibt ihm die Befugnis? Hat er nicht eben erst das Leben von Millionen ohne Bedenken geopfert, eben erst Mens che n Siedlungen ״ergiebig mit Bomben belegt“, eben erst ,״Feindesnester mit Gasbomben gesäubert“? War es nicht vielmehr je und je krassester Egoismus, der den Staat veranlaßte,!seinen schirmenden Arm über das werdende Leben zu halten? Etwa der hohe Gesichtspunkt, daß der König — Soldaten braucht? Warum soll denn nun endlich nicht auch' der frei gewordene Bürger sein Eigenrecht dem angemaßten Recht des Staates entgegenstemmen können? Schutze der Staat erst das lebende Leben, ehe er sich in die Rolle des Schutzherrn werdenden Lebens emporbläht. — In allen Tagesblättern und Zeitschriften kann man es lesen. Eine wahre Volksbewegung ist im Begriff, den Todesengel als Schutzpatron der Lebenden zu bestellen. Schon lange stchreitet — die Statistik zeigt es — der Todesengel durch' deutsche Häuser. — Macht er vor den jüdischen Häusern Deutschlands Halt? Tragen die jüdischen Häuser Deutschlands an ihren Pfosten, dem Rechte Gottes geweiht, das Blutzeichen Gott zugewandten Lebens, daiß der Todesengel es erblickt und scheu vorübergeht? ״Höret, Frauen, Gottes Wort, aufnehme euer Ohr seines Mundes Wort — ünd lehret eure Töchter Weinen, und es lehre Klagen eine Frau die andere. Denn eingestiegen ist der Tod durch unsere Fenster, gekommen in unsere Wohnstätten, den Säugling von außen zu vernichten, die Jugend von den Straßen.“ Der Tod nistet in der deutschen Judenh'eit und waltet im Bunde mit der Mischehe seines lebenmordenden Amts. Ein

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