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Nahalat tsevi · 1931-05-01 · Heft 7 (Mai 1931) · p. Seite 225

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
I (5691) 1930/31
Issue
Heft 7 (Mai 1931)
Date
1931-05-01
Page
Seite 225 (sequence 11)
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225 überschauenden!Weitblick das Wissen der Umwelt an und für sich bewertet wurde. Es müßte ferner im Rahmen der gegebenen [Verhältnisse das Idealbild so konstruiert werden, daß auch für die Vermittlung des allgemeinen Wissens das Postulat, das in unserem Schrifttum für das Lehren der Thora gegeben ist, zu gelten habe, das אני רבך דומה למלאך אלקים, daß also auch die Persönlichkeit, die das allgemeine Wissen vermittelt, thoraerfüllt sein muß. So wäre auch der im Zusammenhang dieser Darstellung bereits erwähnten Konzentrizität ein Weg gebahnt, und im allgemeinen Wissen gewonnene Kenntnisse könnten bei der Auswahl der Beispiele sofort für Erkennung der Thora Verwendüng finden. Dann könnte endlich das oben gezeichnete Bild der Kultur aus Religion der Verwirklichung nahe gebracht werden. Darum lautet die erste Forderung an jung und alt: Zu keinem Kultürproblem Stellung nehmen, bevor man weiß, was die Thora und die Tradition dazu zu sagen hat. Weg mit diesem Nebeneinandder! Alles was wahr ist an dem, was Menschen denken, muß sich aus der Thora ableiten lassen, kann ihr nicht widersprechen. Aber der Blick darf dabei nicht an der Oberfläche haften; bleiben. Kulturentartungen und dekadente Gebilde müssen bei tieferem Forschen die Fehlerquelle zeigen, und bei dieser Arbeit müssen wieder die Gedanken der Thora Wegweiserdienste leisten. Aber auch für. das Forschen in der Thora selbst gibt es eine eigene jüdische ״Kultur“, denn stets war der sogenannte Konflikt zwischen Glauben und Wissen zweierlei Art. Man fand die jeweiligen Resultate der Wissenschaft in Widerspruch mit den aus der Thora gewonnenen Resultaten und vergaß, daß nichthypothetische Ergebnisse der Wissenschaft noch nie eine solche Kollision aufwiesen. Deshalb ist es vonnöten, genau zu wissen, wo das Hypothetische überwunden ist; um für diese Aufgabe geschult zu werden, dürfte es für jeden von großem Nutzen sein, einmal das Buch von Poincare Hypothese et realite genauestens zu lesen. Man vermißte ferner eine ״richtige“ Ein- Stellung zum Werte der Kunst und glaubte im Judentum eine Art Banausentum erblicken zu müssen. Denn wenn man den Dingen klar ins Auge schaut, so ist dieser Irrtum für unendlich viele der erste Schritt vom Wege. Es ist nun einmal unsere Zeit, soweit sie überhaupt noch für Kulturerlebnisse Raum und Atem hat, für all das!schwärmerisch eingestellt, was man unter Kunst

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