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Nahalat tsevi · 1931-05-01 · Heft 7 (Mai 1931) · p. Seite 223

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
I (5691) 1930/31
Issue
Heft 7 (Mai 1931)
Date
1931-05-01
Page
Seite 223 (sequence 9)
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m und Momente aus dem jüdischen Wissen sogar beispielgebend für die exacten Wissenschaften zu verwerten, bedarf noch einer genauen Untersuchung. Jedenfalls aber müßte dem Profanunterricht die Kenntnis der jüdischen Sprache auf der Unterstufe vorausgehen. Doch das alles sind nur kleine Mittel, die schließlich von den berufenen Pädagogen in bezug auf die Verwendbarkeit geprüft werden sollten, sie wären nur Vorarbeiten für eine mögliche Umgestaltung von Lehrplan und Lehrmethode. Denn wir wiederholen, das Wissen in allen diesen Dingen des Diesseits ist in unendlich vielen Fällen geradezu unentbehrlich für die Erklärung der Thora selbst. Der lernende Mensch muß zur Erklärung des ersten Kapitels der heiligen Schrift Klarheit zum mindesten über die beschreibende Natur- Wissenschaft empfangen. Er müßte ferner — auch dies nur beispielsweise — gelegentlich des Turmbaugeschlechtes von Babel einen Einblick in die weltanschauungsbildenden Faktoren der Menschheit gewinnen. Er soll bei den vielen Stellen, welche die heilige Schrift über das heilige Land enthält, zu ernsten geographischen Erwägungen geführt werden etc. Wenn nunmehr noch auf einer höheren Stufe über die astronomischen Anschauungen unserer Weisen s. A. etwa mit der Tiefgründigkeit und Gewissenhaftigkeit des Maharal (באר הגלה ) diskutiert werden soll, so muß ein gewissenhafter Lehrer das Gesamtweltbild der jüdischen Kultur entrollen, d. h. aber, ein Gesamtbild der Endlichkeit geben. Aus diesen abrupt gewählten Beispielen ergibt sich, daß genaue Kenntnis dessen notwendig ist, was unsere Weisen s. A. zu den Worten der Thora künden und das ernsteste Berücksichtigung erheischt. Es muß eben damit gebrochen werden, daß es eine mündliche Lehre nur auf dem Gebiete der Halacha gäbe. Auch dies ist nichts Neues. Man vergleiche nur, was die Kommentatoren zu dem Worte תורה in der ersten Mischna der Sprüche der Väter zu sagen wissen, und man beachte, wie die ganze große Reihe dieser Sprüche scheinbar ohne jede halachische Einkleidung lehren. Wenn S. R. Hirsch als bisher letzter in einem wunderbar ge,- schlossenen Versuch der טעמי המצות die Halacha zum Faktor der Weltanschauungsbildung verwertete, so müßte unsere Generation ihren Weg über die Erde unter viel größerer Intensität an der Hand der sogenannten Agada versuchen. Wie weit die litterarischen Niederschläge der Kabalah hierbei Verwendung finden müssen und können, bedarf ernstester Erwägung.

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