Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- I (5691) 1930/31
- Issue
- Heft 7 (Mai 1931)
- Date
- 1931-05-01
- Page
- Seite 222 (sequence 8)
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das ,Wort יראה mit Menschenfurch{ und das Wort עבו1ה tnit Menschenversklavung übersetzt.; * 1 Wenn es etwas gibt, Was die innere Verbundenheit der heutigen jüdischen Generation mit unseren Vorfahren, die einst am!Sinai standen, beweist, dann ist es die Tatsache jener ängstlichen ßeheu vor dem, Eide, die auch1 heute noch in jedem wahrhaft jüdischen Herzen lebt. Sie ist ein kostbares Erbstück unserer Ahnen, das wir auch unseren Nachkommen zu vererben haben, das wir ihnen aber nur dann vererben können, wenn wir sie für!ein Leben der יראה und עבודה, der Gottesfurcht und des Gottesdienstes erziehen, die zu allen Zeiten die Grundlage der Eidesleistung waren und bleiben werden. Und je hilfloser und ohnmächtiger der 1moderne Mensch nach Wegen und Formen sucht, um — nicht nur im Punkte der Eides- Leistung — den richtigen Ausgleich zwischen Staat und Kirche, zwischen Recht und Religion, zwischen Blut und Geist zu finden, desto stolzer sollten wir uns als Glieder jener priesterlichen Gemeinschaft fühlen, die Gott am Tage der Sinai- Offenbarung begründen wollte: ואתם תהיו לי ממלכת נהנים וגוי קדוש. Thora im derech erez. Von P. K. (Fortsetzung) III. Eine unserer hervorragendsten Pädagoginnen sagte einmal: Gib mir ein Kind bis zu seinem 7. Lebensjahre und ich werde dir den Menschen bilden. Das ist (sei dieser Exkurs gestattet) eine Lücke, welche vom Elternhaus ausgefüllt werden müßte. Selbst die Eindrücke, die das Kind spielend gewinnt, namentlich aber d|e ersten Ansprüche an sein Gedächtnis und an seine Phantasie, müßten aus den Schätzen der jüdischen Kultur gehoben und so zum mindesten eine Konkurrenz gegen den Struwwelpeter geschaffen werden. Ob es weiter nach dem Stand der heutigen Pädagogik noch möglich wäre, den Religionsunterricht, also die Wissenschaft von dem Unendlichen, wirklich in den Mittelpunkt des ganzen Unterrichts zu stellen ־) Vgl. Heft 4/5 u. 6.