Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- I (5691) 1930/31
- Issue
- Heft 6 (April 1931)
- Date
- 1931-04-01
- Page
- Seite 210 (sequence 32)
- Belongs to
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210 die Liebe Gottes bei jeder Tageserneuerung für verjüngte Weltschöpfung. Die liebende Gerechtigkeit des Weltrichters nährt und erhält die ganze Schöpfung. In der Welt des Seins aber herrscht die Potenz der List (Politik) — nochosch akalosaun! In der Welt des Sollens herrscht dagegen die Potenz der Liebe, es verwandelt sich hier gleichsam die Potenz der List (Politik) in diejenige der Liebe. In der Welt Gottes, uns offenbart durch seinen Willen, vermählt sich die Welt der Natur mit derjenigen der Schöpfung, die Welt der Gerechtigkeit mit derjenigen der Liebe. 3. Und (oder) Erziehung dazu. Gottes Gesetz ist aber für den Menschen und für die Menschengesellschaff (Staaten) bestimmt. Von vorneherein hat aber Gott die Aufgabe eines jeden der beiden Organismen, des menschlichen, wie auch des menschengesellschaftliehen, auf zwei geschlechtlich verschiedene Gestaltungen verteilt. Auf Gewalt, nochosch briach, das männliche Element. Auf List, nochosch akalosaun, das weibliche Element. Gottes liebende Gerechtigkeit, die sich in seiner Waltung äußert, verbindet beide Elemente, sodaß gewährende Liebe, versagende Gerechtigkeit, gewährende Gerechtigkeit, versagende Gerechtigkeit, versagende Liebe u. s. f. einander folgen. Aus den beiden einander scheinbar widersprechenden Welten, des Seins und des Sollens, der Natur und Schöpfung, entsteht die einheitliche Welt des Werdens. An die Stelle der Freude an der Vollkommenheit seines Werkes tritt daher ״jauschew umlamed tinaukaus schel bes rabbon thauro“ d. h. Gott gießt den Geist der Thauro aus übers jüngere Geschlecht, von dem aus ja jeder Schritt zur Wiedervollendung geschehen muß. In dieser Welt des Werdens vollzieht sich aber auch das Geheimnis des historischen Dramas, das wir Weltgeschichte nennen. Die Weltgeschichte ist aber das Weltgericht. Das Thema des großen Welten- Schauspiels, das wir Weltgeschichte nennen, heißt: Kampf des ״Daches“ und der ״Hütte“.. .