Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- I (5691) 1930/31
- Issue
- Heft 6 (April 1931)
- Date
- 1931-04-01
- Page
- Seite 198 (sequence 20)
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198 עדרים die fröhliche Kinderschar, die עדרי עדרים sind עדי עדים der jüdischen Frau, und in dieser sicheren Ueberzeugung führten sie die Erlösung ihres Volkes herbei. Ihr Vertrauen besiegte den Tod, unter der Pflugschar grimmiger Feinde keimte junges, frohes Leben der Sonne, der Freiheit entgegen. Und heute, und jetzt? Qraue Sorge schleicht in den Häusern umher, bittere Not herrscht gerade in jüdischen Familien, und fast scheint es, als ob Männer und Frauen gemeinsam beschlossen hätten, der blot in der Weise zu steuern, wie einst in Aegypten es in dem verzagten Gemüt eines durch die Sklaverei zermürbten Mannes aufstieg. In den Häusern der Not soll es noch dunkler werden, in den Wohnungen des Elends noch trauriger; kein helles Kinderlachen soll mehr die Trauer und die Trübsal verscheuchen, kein sonniges Kindergesicht mehr die Finsternis vertreiben. Das jüdische Volk soll elend und rühmlos zugrunde gehen, weil vorübergehend Not herrscht, weil eine wirtschaftliche Krise — wir wollen es zugeben — von ungewöhnlichem Ausmaße die Aussicht verdunkelt. Warum bedenken wir nicht, daß vielleicht die ganze Not und der ganze Jammer nur daher kommen, weil wir auch bisher der Natur Gewalt angetan haben? Sagen doch unsere Weisen נאמרה עצירה באשה שני כי עצור עצר די בעד כל רחם ונאמרה עצירה בגשמים שנ׳ ועצר את השמים ולא יהי׳ ממר. Wenn die Natur vergewaltigt wird, wenn ein gewaltsames Verschließen des Mutterschoßes, denn das bedeutet עצירה , die normale Entwicklung der Menschheit hindert, wie könnten wir noch erwarten, daß die Natur ihre Fülle uns verschwenderisch spende! Kann die gegenwärtige Not auch nur im entferntesten mit jener Not in Aegypten verglichen werden, einer Not, aus der es nach menschlicher Berechnung überhaupt keinen Ausweg gab, und doch תחת התפוח, dort unter dem Ethrogbäum פריו קודם לעליו wurden die עדרי עדרים zum Leben geweckt, die später als בצאית ד in die Freiheit zogen und das Volk begründeten, das sein Schöpfer als ewiges Volk, als ewigen Träger seiner Wahrheiten sich erwählte. Sollen wir mit eigener Hand diese Ewigkeit zerstören? Zu Mitschöpfern hat Gott die Menschen berufen, indem er ihnen die Mög'.ichkeit gab, neues Leben zu wecken; wollen wir freiwillig auf diese Schöpferfreude verzichten, wollen wegen der vorübergehenden Sorge einer kurzen Zeit uns die Ewigkeit verscherzen? Wollen unsere Frauen ihre Seele mit Schuld beladen, wollen sie den