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Nahalat tsevi · 1931-04-01 · Heft 6 (April 1931) · p. Seite 197

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
I (5691) 1930/31
Issue
Heft 6 (April 1931)
Date
1931-04-01
Page
Seite 197 (sequence 19)
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197 immer neues Leben, und ein Volk ward geboren. Diesen Heldenmut der jüdischen Frauen in Mizrajim kennzeichnen unsere Weisen in unübertrefflicher Weise mit dem Worte, daß die Frauen ihre Kinder ״ תחת התפוחunter dem Fruchtbaum“ zur Welt brachten. Unsere Weisen in מם־ שבת פ״ה lehren nämlich: למה נמשלו ישראל לתפוח מה תפוח זה פריו קודם לעליו כך ישראל הקדימו נעשה לנשמע ״Warum wird Israel dem Fruchtbaum verglichen, um zu sagen, daß Israel gleich dem Fruchtbaume, dessen Früchte noch vor seinen Blättern wachsen, die gottgewollte Tat noch vor dem Hören des Gotteswortes gelobte.“ Die Blätter des Baumes, lehren unsere Weisen חולין צ״ב, haben die Bestimmung, die Frucht vor allen Unbilden des Wetters zu schützen. Darum wachsen auch an allen Bäumen zuerst die Blätter, damit die Früchte gleich bei ihrem Entstehen in dem Blätterwald sich bergen und sichern können. Der Ethrogbaum*) bildet eine Ausnähme. Ihm wachsen seine Früchte, bevor die Blätter da sind, aber die Blätter wachsen ihm nach und schützen die kostbare Frucht. Auch Israel hatte zu seinem Gesetzgeber das Vertrauen, daß er ihm die Kraft geben wird, das Gesetz zu erfüllen und die Lehre zu schirmen, nachdem er sie seiner Hut anvertraut hat. Welch schöneres Bild hätten unsere Weisen für das wunderbare Vertrauen unserer Stammütter in Aegypten finden können, als indem sie sagen, daß sie ihre Kinder ״unter dem Ethrogbaum“ zur Welt brachten. War das nicht eine Geburt, von der man sagen muß, פרו קודם לעליו daß die Frucht da war, bevor noch die schützenden Blätter in Sicht waren! Alle Vorbedingungen für das Leben der Kinder fehlten, und sie hatten den Mut, dennoch sie in die Welt zu setzen, weil sie felsenfest überzeugt waren, daß die Blätter der Frucht nachkommen würden, um die Frucht vor allen Fährnissen zu bewahren. Sie grübelten nicht viel, sondern lebten ihrer Be- Stimmung gemäß und überließen die Sorge für alles weitere dem Einzigen, dem man ja ohnehin die Sorge für das Leben und für dessen Erhaltung überlassen muß. Sie fühlten ferner mit dem sicheren Instinkt wahrhaft großer Persönlichkeiten ותבאי בעדי עדים אל תקרי בעדי עדים אלא בעדרי עדרים, daß es für eine Frau keinen schöneren Schmuck geben kann, als die עדרי *) Siehe תום׳ zur Stelle, dass unter תפוח der Ethrog zu verstehen ist, der auf dem Baume mehreremale überwintert und so tatsächlich פריו קודם לעליו ist.

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