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Nahalat tsevi · 1931-04-01 · Heft 6 (April 1931) · p. Seite 196

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
I (5691) 1930/31
Issue
Heft 6 (April 1931)
Date
1931-04-01
Page
Seite 196 (sequence 18)
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196 stem Schmucke, lies nicht in herrlichstem Schmucke, sondern mit zahlreichen Herden.“ Diese Erzählung der Weisen will uns den Heroismus der jüdischen Frauen in Aegypten in seiner ganzen Bedeutung veranschaulichen. Ohne diese Größe der jüdischen Frauen wäre eine Erlösung unmöglich gewesen. Eine Horde von geknechteten, aller Menschenrechte beraubten Sklaven waren unsere Väter in Aegypten, und diese Sklavenmasse ohne jedes Anrecht auf Menschendasein wäre niemals zu einem Volksdasein zu erwecken gewesen, hätten die Frauen nicht dafür gesorgt, daß nicht der letzte Funke von Menschenwürde und Selbstachtung in ihrer Seele erlösche. Der elende Sklave unter der Peitsche ägyptischer Häscher, unter der ganzen wuchtigen Last der Ziegel, blieb, dank dem Heldentum der Frau, Mensch. Und nur so konnte aus den Sklaven ein Volk werden, in dem die Einzelnen durch das göttliche Wort zur lebendigen Einheit verknüpft wurden. Ohne die Frauen wären sie in den Stumpfsinn ewiger Sklaverei verfallen, aus dem es keine Auferstehung gegeben hätte. Für ihre Frauen waren die Männer noch immer die Vollmenschen. Das Lächeln der Frau zaubert in die elenden Sklavenseelen sonnige Heiterkeit, frischen Lebensmut und die nötige Widerstandskraft, um dieses Leben weiter zu ertragen. Dienend kamen sie zu ihnen hinaus, brachten ihnen Speise und Trank, verbanden die Wunden, die feige Häscherhände ihnen geschlagen hatten. Aber das größte Heldentum bestand doch darin, daß diese Frauen den unglaublichen Mut besassen, Kinder in die Welt zu setzen, ohne zu wissen, wie sie auch nur das nackte Leben dieser Kinder sichern könnten. Die ägyptischen Späher mußten jedes männliche Kind ertränken, und wenn sie auch irgendwie hoffen konnten, die Neugeborenen den Augen der Spione zu entziehen, wie sollten diese Kinder der Angst gespeist und gekleidet werden? Die stärksten und gottesfürchtigsten Männer jener Zeit, die Führer des Volkes übten selbst strenge Enthaltsamkeit, damit sie nicht Kinder ״der Bestürzung“ erzeugten. Ihnen entsank der Mut zum Leben, und im tiefsten Innern hatten sie schon für das ganze Volk den Freitod erwählt. Doch die Frauen wollten ihr Volk nicht sterben lassen. Sie hatten das Vertrauen zum Schöpfer des Lebens, daß er diejenigen, die er zum Leben erweckt, auch am Leben erhalten kann. Und nur durch diesen Heroismus der Frau entstand

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