Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- I (5691) 1930/31
- Issue
- Heft 6 (April 1931)
- Date
- 1931-04-01
- Page
- Seite 189 (sequence 11)
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lebens!von ihr abzuleiten, das ist jüdische Kultur, ist Derech erez, der Weg des jüdischen!Menschen über die Erde. Wir sehen also, daß wir trotz der langatmigen Abschweifung nicht von unserem eigentlichen Thema abgekommen sind und daß tatsächlich ein ganz gewaltiger 1 Parallelismus uns wieder mit!unheimlicher Kraft in das ,Problem Thora im Derech erez gestellt hat Niemals hat jüdisches Wollen den Weg zur Erde verbauen wollen. Einmal fand ein Mann eine Lösung, aus der unendliebes Vertrauen zum Menschen spricht. Erst;Vollmensch werden im Bereich des Unendlichen, dann Mensch sein in der Welt des Endlichen, als Schüler und Meister zugleich —: das ist die Lösung des Rabbi Salomo ben Adereth. Man schämt sich als Jude, wenn man in der seichten Emancipationsliteratur des XIX. Jahrhunderts :und in dem! stümperhaften Epigonenwerk des XX. liest, was jüdische ״Forscher“ aus dieser gigantischen Konception des Raschbo gemacht haben. Auf eine allgemeine Formel gebracht, heißt die Forderung des Raschbo : Das Wissen von der Thora muß auch zeitlich das Primäre sein, und es muß ein wirkliches Wissen sein. Dann mag sich der Jude alles Wissen der Umwelt zu eigen machen. Und Rabbi Salomo ben Adereth hatte das Vertrauen zur Kraft der Thora, daß dann alle Nebel aus der Welt des Endlichen nie imstande sein würden, den Weg zum Unendlichen zu verhüllen. Nun scheint ja dieses Recept wunderbar einfach zu sein. Allein — um auf das Kapitel der Erziehung zurückzukommen — unsere Zeit mit all ihren Zwangsbereichen scheint ja im besten Falle!nur ein Nebeneinander in bezug auf die Wissens- Vermittlung zu gestatten. Das ist das Fundament fast all unserer jüdischen Schulwerke von heute. (Fortsetzung folgt) Wie lange noch? Vor 60 Jahren. Im Ijar 5630 (1870) erschien eine von 133 Rabbinern unterzeichnete Kundgebung, die folgenden Wortlaut hatte: ״Angesichts mannigfacher, in neuerer Zeit vorgekommener Angriffe gegen das jüdische Ehegesetz, Angriffe,