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Nahalat tsevi · 1931-04-01 · Heft 6 (April 1931) · p. Seite 183

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
I (5691) 1930/31
Issue
Heft 6 (April 1931)
Date
1931-04-01
Page
Seite 183 (sequence 5)
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So mag1 der sprechen, der nie an dem Kelch jüdischfeg Lebensreichtums genippt, der die Väter nicht sieht, in deren- Händen das ״Brot der Armut“ und deren Seele dankerfüllt Gott Hallel jubelt, der an dem‘ SedertiscK, den Gott den Armen und den Reichen seines Volkes jährlich deckt, gedankenlos vor* übergeht und es nimmer verstanden hat, weshalb Gottes Wille fordert, daß jüdische Väter in dieser Nacht ihren Kindern das Brot der Armut aus Gottes Hand reichen mögen, damit sich ihre Seele der Aufnahme göttlicher Erlösungsbotschaft für ihr ganzes Leben erschließe. Uns aber hat König Da vid die Deutung dieses Segens* bekenntnisses unseres täglichen Lebens gegeben, der, in Nacht hinausgestoßen als heimatloser Bettler (Ps. 34), in überströ* mender Innigkeit es gesprochen und in seiner ergreifenden Wahrhaftigkeit es erlebt hat.— Der in dem Augenblick, da ihm alles genommen war, woran Menschenherz sich klammert, worin es Halt und Stärke erblickt, nicht in tränenvolle Klage seine Verzweiflung ergießt, sich vielmehr in unendlichem Hochgefühl' des unverlier« baren Reichtums bewußt ist, der seinem Leben verblieben. ״Segnen“ darf er Gott — noch nie hat er die Größe dieses Wortes, das über sein Leben ausgerufen ist, tiefer empfunden als in dieser Stunde: Darf sich sagen, da'ß sein Leben kost* liches Werkzeug sei in Gottes Hand, berufen, Gottes Willen zu dienen. — ״Gottes rühmt sich seine Seele“ — unerschöpflich der. Reichtum eines Lebens, das Gott zu seinem Dienste erkoren! Wer aber fühlte sich arm und heimatlos, dem Gott die Heiligtumspforten seiner Nähe öffnet, daß sie ihm zur Heimats* stätte werde, daß er den Reichtum seiner Armut dem Altar gottgewollter Ziele weihend hingebe? ״Mögen die Armen es hören und sich1 freuen“ — Hört es, ihr Armen, vom üppigen Lebenstisch der Reichen Gestoßenen— wir sind nicht arm, brauchen es nicht zu sein, brauchen ihnen den Reichtum nicht zu neiden, denn in Gottes Lebensdienst ist unserer Armut reicher Lebensersatz beschieden. Kommt, ״laßt Gottes Größe uns künden“ '-־־ de« was ist das Gotteshällel auf den Lippen der Satten und Glücklichen: enthält es die Bürgschaft der Aufrichtigkeit und Wahrheit? U n s e r Hallel aber zeugt von Gottes Größe, die in dem Leben

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