Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- I (5691) 1930/31
- Issue
- Heft 4-5 (Februar 1931)
- Date
- 1931-02-01
- Page
- Seite 167 (sequence 57)
- Belongs to
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167 einbares aussagten. י— insofern aber das Judentum den Willen (seiner Bekenner in einer Weise band, die sie im neu erschlossenen Verkehrsleben einfach wettbewerbsunfähig, geschäftsuntüchtig machen mußte — ich erinnere nur an die lungeheuerlich strenge Hut der Sabbathe und Festtage, an die unsäglichen Beschränkungen in Speise und Trank —, lehnte dieser Wille, unterstützt Vom freigewordenen Intellekt, die Bindung rundweg ab und versagte den verkehrshinderlichen Gesetzen in rasend schnell wachsendem Umfang den Gehörsam der Tat. Alfred: Und was blieb dann übrig vom Judentum? Wohl das, was Sie seinen Kern nennen? Seelenfreund: Nur gemach, mein Lieber, nicht so schnell. Jetzt komme ich auf die Hauptsache. Lassen Sie mich Ihnen sagen, daß bei dieser Entwicklung vor 100 Jahren in Deutschland vom Judentum — nichts, aber auch gar nichts übrig geblieben wäre, wenn nicht — —: nun, raten Sie einmal! Alfred: Ich habe leider keine Ahnung, Herr Doktor. Seelenfreund: Nun, wenn nicht die sogenannten Reformer, die Begründer des ״neologen“, des liberalen Judentums aufgetreten wären. Sie sind es, die das deutsche, ja überhaupt das westeuropäische Judentum gerettet haben. Und dies bleibt eine historische Tatsache, wenn es auch kein orthodoxer Jude wahr haben will. Verstehen Sie? Reden Sie doch! Alfred: Verzeihen Sie, Herr Doktor, aber was erregte Sie eben so plötzlich? Seelenfreund: Ja meinen Sie, es ist einem auf die Dauer gleichgiltig, gerade von denen, die am treuesten dem Judentum anzuhangen, am heißesten es zu lieben vorgeben, immer wieder nur als ״Poschea“, oder gar als ״Verführer und Verderber“ bezeichnet zu werden? Alfred: Jetzt verstehe ich Sie nicht. Seelenfreund: Ach ja, ich habe mich eben etwas gehen lassen. Entschuldigen Sie. Ich will bei der Sache bleiben. Obzwar auch das gewissermaßen zur Sache gehört. Aber davon vielleicht später. Denn, nicht wahr?, Sie werden noch häufiger zu mir kommen. Es passiert mir nicht gerade jeden Tag, daß jüdische Wahrheitsucher mich aufsuchen. Alfred: Wenn Sie erlauben- Seelenfreund: Also hören Sie. Der deutsche Jude, der sich am Judentum als einem objektiven, Anerkennung hei-