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Nahalat tsevi · 1931-02-01 · Heft 4-5 (Februar 1931) · p. Seite 162

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
I (5691) 1930/31
Issue
Heft 4-5 (Februar 1931)
Date
1931-02-01
Page
Seite 162 (sequence 52)
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162 Thauro glaubte durch mehr oder minder erfaßten Derech erez ersetzen zu können. Durch die Möglichkeit, mit Hilfe des Thauro im derech erez-Prinzips auch der diesseitigen Welt gerecht zu werden — von Rabbiner Hirsch aufgefaßt als unendliche Aufgabe, das irdische Leben in die Heiligkeitssphäre der Thauro einzubeziehen — entwickelte sich in Deutschland eine satte Bürgerlichkeit, die kein anderes Ziel kannte, als im ״Rahmen des Erlaubten“ alle irdischen Freuden auszukosten. Man glaubte, die Rabbiner, die sich der Entscheidung Rabbiner Hirschs unterstellten, hätten keine andere Aufgabe, als alle היתירים aufzuweisen, die irgendwie für die Errungenschäften dieser Erde in Frage kämen, damit dem Jünger des תועד־א ja keinerlei erlaubten Genüsse des irdischen Lebens entgehen. Das immerhin Neuartige an dem Weg Rabbiner Hirschs quittierte man derart, daß man glaubte, es Rabbiner Hirsch schuldig zu sein, ein Maximum an ״Bildung“ sich anzueignen, ohne sich irgendwie mit der Frage zu beschweren, ob man Rabbiner Hirschs Devise auch in bezug auf den ersten der beiden Faktoren, die Thauro, irgendwie Rechnung getragen hätte. Daß diese Verzerrung mit Rabbiner Hirsch auch rein gar nichts mehr zu tun hat, das wollte man nicht wahr haben. Und so kann man nur restlos billigen, wenn Herr Dr. Munk schreibt, daß es nicht das Prinzip war, das sich nicht bewährt, sondern die Menschen, die es nicht begriffen. Wie dem abhelfen? — Nun, ich habe mir hier nicht die Aufgabe gestellt, Vorschläge zu machen, sondern ich' möchte eine piskussion über die Richtigkeit meiner Ausführung und dadurch Klarheit über die entsprechenden Fragen einleiten. Das eine ist sicher: die dazu Berufenen müssen weit deutlicher noch als bisher von all den Verzerrungen, denen Rabbiner Hirschs Devise ausgesetzt worden ist, abrücken. Ferner wird es nicht zu umgehen sein, einen größeren inneren Zusammenhang mit dem Osten in der deutschen Orthodoxie, soweit sie Rabbiner Hirsch die Treue halten möchte, herzustellen. Denn genau so wenig, wie wir uns in Deutschland den Einflüssen des deutschen Kulturkreises verschließen können, können wir uns heute dem verschließen, was aus dem Osten auf uns einstürmt. Doch hiervon wird vielleicht in einem späteren Artikel die Rede sein müssen.

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