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Nahalat tsevi · 1931-02-01 · Heft 4-5 (Februar 1931) · p. Seite 161

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
I (5691) 1930/31
Issue
Heft 4-5 (Februar 1931)
Date
1931-02-01
Page
Seite 161 (sequence 51)
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161 konnten. Sie konnten das, was wir durch unser Kennenlernen der außerjüdischen Kulturwerte etwa für die Thora gewonnen haben sollten, weit einfacher und ahne Umwege erlangen. Wir und mit uns jeder;im Westen und — Osten, der der Lockungen der irdischen Erkenntnismittel nicht ohne weiteres entraten kann, hat nur dann das Recht, sich des היתר von Rabbiner Hirsch über die Beschäftigung mit außerjüdischen Wissensgebieten zu bedienen, wenn er auch seine חומרא akzeptiert daß all das Erlernte der Thora wieder zuzuführen ist. משום חומרא שהחמיר עלי׳ בסופה היקיל עלי׳ בתדולה Wie kann die Thora durch Menschenwerk gewinnen? — Ja, die Thora selbst braucht allerdings die menschlichen Erkenntniswege nicht, aber die — Menschen, die diesen verfallen sind, sie können durch sie manche Ertüchtigung erfahren, diese Welt besser zu beherrschen und sie — für die Thora und mit der Thora zu beherrschen. — Wäre Thauro im derech erez immer so aufgefaßt worden, — ,ich glaube kein ernsthaft Denkender in der deutschen Jugend hätte geglaubt, dieser Devise die Gefolgschaft versagen zu müssen. Solange wir in Deutschland unter den gegenwärtigen — wenn auch etwas chaotischen — Verhältnissen leben, können wir das Leben dieser Welt schwer ignorieren. Das heißt aber eben die Welt erfassen für die Thora, d. h. Thauro im derech erez. Was hat man nun aber in Wahrheit mit dieser gewaltigen Aufgabe, die Rabbiner Hirsch uns gestellt, gemacht? — Einem großen Teil der Gefahren, die zweifelsohne in dem Aufnehmen fremder Wissensgebiete liegen, sind viele von denen, die sich für Anhänger des Thauro im derech erez-Prinzips hielten und halten, restlos verfallen. Vor allem erzeugte Thauro im derech erez als Schlagwort eine merkwürdige Selbstsicherheit bei seinen — Nachbetern. Man glaubte mit diesem Prinzip, das von Rabbiner Hirsch doch nur als Aufgabe aufgefaßt werden wollte, geradezu den Stein der Weisen gefunden zu haben. Mit einer hohnvollen Verachtung blickte man auf den Osten, der noch in der Kultur so rückständig sei. Man glaubte sich im Besitze eines Elite-Judentums, in der Welt zur Führung berufen. Thauro im derech erez selbst faßte man als eine auf Wechselwirkung aufgebaute Zusammenstellung auf, bei der der eine Partner imstande sei, den anderen zu vertreten, sodaß man als vollendeter Amhoorez den Mangel an

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