Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- I (5691) 1930/31
- Issue
- Heft 4-5 (Februar 1931)
- Date
- 1931-02-01
- Page
- Seite 160 (sequence 50)
- Belongs to
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160 die irdischen Jahreszeiten beobachtet und damit herausfindet, was in Anlehnung an diese die von Gott gesetzten Festzeiten den irdischen Menschen lehren, Thauro im derech erez ist es, wenn er sich im dritten der ״Neunzehn Briefe“ überwältigen läßt von der Mannigfaltigkeit der ,Natur, um dann im vierten Brief dem jüdischen Menschen die dröhnenden Mussarworte zurufen: ״Wenn alles, Kleinstes und Größtes, gottgesandte Kraft ist, mit gegebenen Mitteln, an angewiesener Stelle, in angewiesenem Kreise, nach Gottes Gesetzen wirksam zu sein, — zu nehmen, um zu geben; — da wäre der Mensch allein ausgeschlossen aus diesem Lebenskreis? nur zu nehmen geboren? — zu schwelgen oder zu darben? nicht zu wirken? keine Stelle auszufüllen? vielmehr alles in sieh enden zu lassen? Alles Welt- und darin Gottes-Diener — und nur der Mensch sich dienend, sich? Nein! Ihr Bewußtsein spricht’s, und es spricht’s die Thauro צלם **יק׳ soll er sein, Ebenbild Gottes! Mehr als Alle, für Alle seiend.“ Thauro im derech erez endlich ist es, wenn er den jüdischen Menschen, die sich an ihn anlehnen, zeigt, daß sich ein jüdisches Weltbild mit der gottgeoffenbarten Thauro und der uns erkennbaren irdischen Welt aufbauen läßt, ohne daß uns irgend etwas darüber verraten werden muß, was von den Welten außer der uns sichtbaren von unseren Weisen mit tiefem Schleier verhüllt wurde. Thauro im derech erez — ein notwendiges Uebel? — Gewiß insofern, als diese Welt ein — Uebel, als der Körper des Menschen ein Uebel ist. Bejahe ich die diesseitige Welt — und als Endziel in ihrer harmonischen Verschmelzung mit dem Göttlichen bejaht sie doch die Thauro selbst — kann ich auch Thauro im derech erez als Aufgabe nicht bestreiten. Ob allerdings diese Aufgabe schon auf unserem Golus-Weg zu lösen sei, darüber sind manche nicht gleicher Ansicht mit Rabbiner Hirsch, er selbst sah in dieser Vorwegnahme des Endziels die einzige Möglichkeit, das mit beiden Füßen in der diesseitigen Welt wurzelnde deutsche Judentum zu retten und ihm durch seine Art der Verwertung der Kulturerrungenschaften reichen Gewinn für die Auffassung der Thora zu verschaffen. Sicherlich stand der חים und alle jene Großen der Vergangenheit und Gegenwart, die von den geistigen Er- Zeugnissen der ,Umwelt nur wenig wußten, weit über uns' in ihrer Unmittelbarkeit, mit der sie an die Thora herangehen