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Nahalat tsevi · 1931-02-01 · Heft 4-5 (Februar 1931) · p. Seite 159

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
I (5691) 1930/31
Issue
Heft 4-5 (Februar 1931)
Date
1931-02-01
Page
Seite 159 (sequence 49)
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159 unwiderstehlich erfaßte ihn die Wissenschaft mit ihren Erkenntnissen und Errungenschaften. All dies sollte er verachten und liegen lassen? Dazu fehlte ihm die Kraft. Die Bindung mit der Erde war zu stark! Der jüdische Mensch in Deutschland wäre der Erde völlig erlegen, wenn Rabb. Hirsch zur Rettung des deutschen Judentums hier nicht mit seiner gewaltigen jüdischen Kraft einen äußerst kühnen Wurf gewagt hätte: das, was uns die Propheten und Weisen erst als Ziel der Tage schildern: die vollkommene Durchdringung des irdischen Lebens mit göttlichem Geist stellte er als Forderung schon für den Weg auf. Ihr könnt dem irdischen Leben, seinen Erkenntnissen und Be- Strebungen, seinen ästhetischen und ethischen Werten nicht entsagen? Nun, nehmt davon an, was sich irgendwie mit der Thora verträgt, aber unterordnet und stellt es in den Dienst der Thora, seht in allem, was ihr mit menschlichen Erkenntnismittein erfaßt, göttliches Werk und laßt euch durch diese Erkenntnis anspornen zu höherem Eifer im Dienste Gottes und seiner Thora, freut euch der Schönheiten dieser Welt und preiset den שככה לו בעולמו denn כל מה שברא הקב״ה בעולמו לא בראו אלא לכבודו. Es gibt keine richtige Erkenntnis auf der Erde, die nicht in irgend einer Weise der Thora dienstbar gemacht werden könnte, nichts Schönes und Edles, was nicht das Endziel der Thora fördern hilft. So sprach Rabbiner Hirsch zu seinen Zeitgenossen und spricht so noch heute zu allen, die nicht ר׳ שמעון בן יוחאי gleich oder wenigstens ihm ähnlich dem irdischen Leben entsagen und sich ausschließlich der Thora widmen können. Wer nicht der Thora ausschließlich leben kann wie die Großen der Vergangenheit und Gegenwart, wer sich dem, was diese Erscheinungswelt an Schönem, Edlem und Klugem zu bieten scheint, nicht vollkommen entziehen kann — und wer brauchte sich dessen zu schämen, nachdem doch unser irdischer Körper ein Teil dieser Welt ist — der mag all dies kennen lernen, wenn er es der Thora unterstellt. Dies ist Thauro im derech erez, wie Rabbiner Hirsch es auffaßte, dies ist Thauro im derech erez, wie er es uns am reinsten gerade in seinen Schriften gezeigt hat. Thauro im derech erez ist es, wenn er irdische Stoffe in ihrer irdischen Verschiedenheit analysiert und damit seinen herrlichen פירוש des משכן fundiert, Thauro im derech erez im edelsten Sinn ist es, wenn er

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