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Nahalat tsevi · 1931-02-01 · Heft 4-5 (Februar 1931) · p. Seite 158

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
I (5691) 1930/31
Issue
Heft 4-5 (Februar 1931)
Date
1931-02-01
Page
Seite 158 (sequence 48)
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158 gelangten. Dieser Zusammenprall der Juden mit der Kultur war nicht nur in Deutschland, sondern er war durchaus international, und nur in bezug auf die Stärke war er in den ein- Keinen Ländern differenziert. Nun hieß es, sich in irgend einer Weise mit den Kulturen!auseinandersetzen, um nicht durch die Lockungen der erdgebundenen Kulturstrebungen das jüdische Volk unfähig zu machen, sich über die Erdgebundenheit zu erheben. Zwei Wege standen zur Verfügung: Ablehnung der außerjüdischen Kulturwerte als unjüdisch oder Annahme. Man wählte den ersten Weg und zwar zunächst überall. Man war sich klar darüber, daß alle Erkenntniswege der Völker, alle Kulturbestrebungen ,in Wissenschaft und Kunst Erzeugnisse dieser Erde waren, infolgedessen denjenigen, der sich ihnen ergab, viel inniger dieser irdischen Zeitlichkeit verband, als dies seither bei den Juden der Fall war, sodaß bei diesen die Gefahr entstand, die Fähigkeit, der Ueber- Windung dieser irdischen Körperlichkeit nachzustreben, einzubüßen. Damals entstand in den östlichen Ländern der Chassidismus, der seine Anhänger vor den Lockungen dieser Erde u. a. dadurch schützte, daß er mehr als seither manche Elemente der von unseren Weisen nur Einzelnen vorbehaltenen Lehre der קבלה den Massen zugänglich machte und sie mit dem Bewußtsein durchdrang, daß diese unsere sichtbare Welt nur eine von den vielen Welten ist, die Gott geschaffen, daß unsere Erkenntnisse, die wir mit Mitteln der diesseitigen Welt erlangen, nur Scheinerkenntnisse sein können, daß wir also gar keine Veranlassung haben, uns auf diese Erkenntnisse zu stürzen. Die Gefahren des Ueberwältigtwerdens durch die Lockungen dieser Welt wurden dadurch gebannt, daß man lernte diese Lockungen — zu verachten. Dieser Weg gelang im Osten. — Anders in Westeuropa und vor allem zunächst in Deutschland. Auch dort wollte man versuchen, die heranwachsende Generation vor den Gefahren des allzutiefen Versinkens in rein irdische Betrachtungsweisen der Welt dadurch zu schützen, daß man sich diesen Betrachtungsweisen verschloß — die Gefolgschaft wurde restlos versagt. Durch eine mannigfache Verkettung von Umständen konnte der jüdische Mensch in Deutschland der Fesseln irdischen Geisteslebens nicht mehr entraten. Zu stark waren bereits die Bande, durch die er mit dem gewaltigen deutschen Kulturleben verflochten war. Ueberwältigend stürmte auf ihn die Kunst ein,

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