Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- I (5691) 1930/31
- Issue
- Heft 4-5 (Februar 1931)
- Date
- 1931-02-01
- Page
- Seite 156 (sequence 46)
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liehe Stellung der Jugend diesem Prinzip gegenüber, dessert sie im Grunde genommen ja doch nicht entraten kann, verantwörtlich. ,Vielleicht darf ich hier den eigentlichen Sinn dieser Lehre einmal kurz aufweisen, um dann ferner darzulegen, welch lächerlicher Entstellung man sich durch den schlagworthaften Mißbrauch dieser Devise schuldig gemacht hat. Die Frage, ob und wieweit man berechtigt ist, sich Kenntnisse außerjüdischer Kulturen anzueignen und diese auch seinen Kindern zuzuführen, und wieweit man Ergebnisse und Werte der außerjüdischen Kulturen, sofern sie vor dem Forum der תורה stand halten, annehmen darf, diese Fragen sind zunächst halachischer Natur. Wir wissen, daß die גדולי ראשונים hierüber nicht gleicher Ansicht waren. Dafür, daß nun Rabb. Hirsch für uns inmitten der westeuropäischen Kulturwelt lebende Juden להיתר entschieden hat, wird ihm wohl niemand die Kompetenz bestreiten. Tatsächlich ist aber mit dieser halachischen Entscheidung Rabb. Hirschs noch lange nicht das ausgesprochen, was Rabb. Hirsch unter תורה עם ד״א begriff. Rabb. Hirsch — darüber dürfte nach seinen Schriften wohl kein Zweifel sein — stand auf dem Standpunkt, daß die תורה selbst durch Beschäftigung mit Hilfswissenschaften gefördert werden kann. Hier nun ist die Stelle, wo die Wahrheit und Klarheit heischende Jugend ihre Fragen stellt. Daß andere anders paßkenen wie Rabb. Hirsch, ist nichts Verwunderliches; Rabb. Hirsch hat seine גדולים für sich; und so anmaßend ist niemand, daß er glaubt, den פסק Rabb. Hirschs für Deutschland anzweifeln zu können, ein גדול ממנו בחיטה ובמנין ist bisher bei uns nicht erschienen, der gegen ihn entscheiden konnte. Wohl aber fragt die durch Rabb. Hirsch und vor allem durch Rabb. Breuer זצ״ל wieder an die Thora-Quellen zurückgeführte neue Generation nach der durch die תורה legitimierten Richtigkeit der Ansicht, daß die תורה selbst durch Beschäftigung mit den Erkenntnissen der אומות העולם gewinnt. Wie verträgt sich damit die Tatsache, daß die גדולי אחרונים sowie die meisten lebenden גדולים des Ostens doch mit der Kultur der anderen Völker gar nichts oder sehr wenig zu schaffen hatten und haben? Und dann: kann denn die תורה überhaupt durch menschliche Wissenschaften gewinnen? Würde dies nicht dem Gedanken der Unendlichkeit des göttlichen Thorawortes zuwiderlaufen? Stimmt denn das Urteil der Jugend nicht, das Herr Dr. Munk als deren Interpret mit den