Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- I (5691) 1930/31
- Issue
- Heft 4-5 (Februar 1931)
- Date
- 1931-02-01
- Page
- Seite 151 (sequence 41)
- Belongs to
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151 zu lösen, von der erwerbenden Generation leichter noch als von der bereits ererbenden. Bourgeois-Orthodoxie: Auf der Höhe des bürgerlichen ״Berufs“ das Judentum als einzigen, wirklich lebenbestimmenden und lebengestaltenden göttlichen Menschenberuf festhalten; von den Glückswellen der gottfernen Völkergeschichte emporgetragen, den tragischen Irrtum dieser Geschichte durchschauen, ihr die Seele erschließen und die ewigen Denkmäler der Gottesherrschaft auf Erden, Zijaun und Jeruscholajim, niemals aus dem Auge verlieren; dem Daseinskampf mehr und mehr entrückt, das Herz dem unendlichen Elend offenhalten, das die gottferne Völkergeschichte dem weitaus größten Teil der Menschheit auferlegt, ins Herz das unendliche Elend aufnehmen, das die gottferne Völkergeschichte dem Volke der Gottesherrschaft für und für bereitet, und daraus die Kraft nie verstummenden Protestes!gegen diese Völkergeschickte schöpfen, als dessen geschichtlicher Herold nun einmal das jüdische Volk erkoren ist; in der Ruhe des Besitzes die geistigen Kräfte wecken und üben, daß sie nach Thora und Talmud greifen, um aus ihnen, und nur aus ihnen, letzte Erfüllungen zu gewinnen: Hat die deutsch-jüdische Orthodoxie diese gewaltige Synthese in den Tagen und Jahren ihres Glücks wirklich vollzogen, hat sie diese Synthese klar als die ihr von ihrem spendenden Gott auferlegte Aufgabe erkannt, mit jener Inbrunst übernommen, wie sie gerade Rabbiner Hirsch während seines ganzen öffentlichen Wirkens immer wieder ihr vorführte? Hat die deutsch-jüdische Bourgeois-Orthodoxie nicht letzten Endes, von rühmlichen Ausnahmen abgesehen, in gefährlichem Maße in der gottfernen Völkergegenwart Wurzeln geschlagen und damit den Fortschritt in der Erfüllung ihrer spezifischen Aufgabe schmerzlich vermissen lassen? Hat sie es, vor allem, wirklich verstanden, ihre Kinder gegen die Gefahren des Besitzes zu feien, sich in ihren Kindern hinreichend fortzupflanzen und hinreichend in die Höhe zu pflanzen? Ist sie, der Erdennot enthoben, wirklich mehr und mehr dazu übergegangen, sie, die es sich ״leisten“ konnte, ihre Kinder zu wahren und echten ״Söhnen der Thora“ zu erziehen? Hat sie, von rühmlichen Ausnahmen abgesehen, tatsächlich erkannt, daß Söhne des Reichtums fast immer der jüdischen Sache verloren gehen, wenn nicht gerade sie echte ״Söhne der Thora“ werden? Hat die deutsch-jüdische Bourgeois-Orthodoxie ihr