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Nahalat tsevi · 1931-02-01 · Heft 4-5 (Februar 1931) · p. Seite 149

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
I (5691) 1930/31
Issue
Heft 4-5 (Februar 1931)
Date
1931-02-01
Page
Seite 149 (sequence 39)
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14$ licher Hilfe oder zwischenländlicher Ideen zu opfern verstauden. Aus allen Gebieten jüdischer Armut kamen zudem die Sendlinge nach Deutschland, und ihre stete Wiederkehr zeugte am besten für den Erfolg ihres Appells. Im besonderen die deusch-jüdische Orthodoxie verfügte über großkaufmännische Persönlichkeiten, die Weltgeltung und Thoratreue in weit und breit anerkannter Art zu verbinden bemüht waren, Sinn und Verständnis für gesamtjüdische Fragen hatten, die Verantwortlichkeit kannten und anerkannten, die ihr wirtschaftlieher Stand ihnen auflud, und mit Rat und Tat in den häufigen Krisen der jüdischen Weltorthodoxie einsprangen. Die finanziellen Lasten der deutsch-jüdischen Orthodoxie selber, die sich nicht in die Abhängigkeit vom organisierten Reformjudentum begeben hatte, ruhte zu einem bedeutenden Teil auf ihren Schultern, und diese Schultern entzogen sich nur selten wirklichen Erfordernissen. Das eben war das Charakteristische der!deutsch-jüdischen Orthodoxie: während in der ganzen Welt Thoratreue und Armut, von Ausnahmen abgesehen, einen herzinnigen Bund geschlossen hatten, war die deutsch-jüdische Orthodoxie eine Bourgeois-Orthodoxie, in der die Erinnerungen an ein auf steten Widerruf gestelltes Galuthdasein, die Erinnernugen an materielles Galuthelend allgemach stark verblaßt waren. Und nun ,ist über die deutschen Juden, im Zusammenhang mit dem Weltstaaterikrieg und dem ihn ablösenden Weltwirtschaftskrieg, eine immer mehr sich verschärfende Krise von solcher ,Heftigkeit gekommen, daß man mit Beziehung auf!ihren Durchschnittsstandard geradezu von einem Zusammenibrudh sprechen muß. Bereits die Inflation hatte ihren ererbten oder erworbenen Anlagebesitz zum größten Teil vernichtet. Die Hoffnung auf das Emporkommen neuen Wohl- Stands hat sich aber in der Nachinflationszeit, im wesentlichen, als völlig trügerisch erwiesen. Im heutigen Staat ist die Verbindung zwischen ihm und den Staatsbürgern dermaßen eng, daß er tatsächlich das organisierte Volk selber ist, sodaß zwangsläufig die Verarmung des Staates die Verarmung der Staatsbürger nach sich ziehen muß. Diese Verarmung hat aber die deutschen Juden verhältnismäßig schärfer getroffen als andere Bevölkerungsschichten. Ihr Besitz war im wesentlichen mobiler Besitz, den die Inflation am gründlichsten zerstörte. Ihr Beruf war im!wesentlichen der Zwischenhandel, dessen

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