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Nahalat tsevi · 1931-02-01 · Heft 4-5 (Februar 1931) · p. Seite 147

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
I (5691) 1930/31
Issue
Heft 4-5 (Februar 1931)
Date
1931-02-01
Page
Seite 147 (sequence 37)
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Hi Wart. Dennoch beruhen ja beide im innersten Herzen auf der Voraussetzung, daß jeder Mensch dieses Qrauensganges wert ist. Es ist, mit Stekels Worten, in all diesem von vielem Bösen und Dunklen die Rede, das in unserer Seele schlummert und nur gelegentlich von sich unerhofftes Zeugnis ablegt. Die selbsttätige Verhüllung aber, mit der die beschämte Seele bilderschaffend und verblümend dieses Zeugnis umgibt, läßt uns ahnen, daß tief in uns ein umso edlerer Kern versteckt liegt, der aus der schwarzen Folie unbewußter Begierden umso herrlicher hervorstrahlt: der freie menschliche Wille. Oder, wie es die Gegenwart formuliert hat: Der Mensch ist gut. Der Meister hat uns ein Geisteserbe gelassen, von dem er deutlich nicht blotß für uns, sondern auch für die ganze europäische Kultur einen Aufstieg erhoffte; die Sonne einer Psychologie ist aufgegangen, welche solche Hoffnungen auch in schwerer Zeit reifen lassen kann, wenn wir wollen. Die Lage des deutschen Judentums. Von Dr. Isaac Breuer. III. Die Not Die Wogen des Hitlerhasses umbranden Deutschlands Juden und suchen ihnen unter den Füßen den Boden zu entreißen, auf dem sie und ihre Väter seit Jahrhunderten hausen. Die geistige Bewegung des zionistischen Nationalismus nagt im Innern an ihren Wurzeln und :macht ihnen ihr ehedem so leicht hingenommenes Verhältnis zum Deutschtum, zum deutschen Volk und zum deutschen Staat zu einem bitter ernsten Problem. Die Katastrophe Weizmanns läßt ihren Augen, wenn Gott sie nicht erleuchtet, das Bild der Heimat in fernen Nebeln zerflattern. An ihrem Herde aber sitzt die Not. — Das jüdische Volk im Galuth war immer ein armes Volk. Unsere Feinde sahen freilich nur die Finanzgrößen, die wir zu allen Zeiten hatten, und wie sie stets bereit waren, die moralischen Gebresten jüdischer Einzelner behend zu verallgemeinern, so bewerteten sie auch den Besitzstand des jüdischen Volkes nach dem viel beneideten, Viel verlästerten Reichtum einer, im Verhältnis zur jüdischen Gesamtheit, äußerst dünnen Oberschicht.

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