Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- I (5691) 1930/31
- Issue
- Heft 4-5 (Februar 1931)
- Date
- 1931-02-01
- Page
- Seite 146 (sequence 36)
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\46 kreis hinaus. Die anthroposophischen Phrasen über sich mitteilende Vibrationen in beliebigen Menschengruppen sind in der Typenpsychologie als unorganisch und nur vereinbar mit exakter Beobachtung ad acta gelegt. Ja, alle Weltverbesserung und aller Missionseifer sind hier ebenso als einseitige Typensymptome erkannt wie Mönchtum und Weltflucht. Damit ist aber dem Gedanken Raum gegeben, daß eine wirkliche Beheimatung geistiger Werte auf dieser Erde auf keinem Wege so gesund und nachhaltig erreichbar ist wie auf dem organischen Wege über das Unbewußte, das die Familie weiterleben läßt. Die Art, wie sich die Urmenschheitsfami.ie von Adam bis Abraham die Werte bewahrte, war in der ״Niere“, im Kern des Unbewußten begründet. Trotz Hammurapi-Stele und Amarna-Briefschaften wird daher kein Spaten je vorsinaitische Thora zutagefördern. Zu ihrer Freilegung gehört ein Schacht in die Abgründe des Unbewußten, in die Symbolik der Sabbathverböte, in die Psychologie des Gesetzes. Soweit ihn nach Obigern nicht schon jeder Kenner der analytischen Schulen von selbst in diesen jüdischen Gedankenkreisen aufzufinden vermag, soll seine Ermittlung Aufgabe einer späteren Studie sein. 12. Solch psychologisch-prähistorisch-gesetzessymbolischer Rückblick verbreitet jedoch ein neues, aus den Tiefen des Menschentums emporleuchtendes Licht über die Forderungen jüdischen Gememdelebens. Wir sind nicht minder von Irrlichtem und Sumpfnebeln einer gottfremden Welt umgeben als das Zeitalter Abrahams. ״Aus jenem Lande zog Aschur“, um nicht am Gotteskampfe der Turm-Erbauer teilzunehmen. Ob er von den gottfeindlichen Tendenzen der anderen wußte? Dann hätte nicht nachher Abraham der einzige Diener des Ewigen sein können. Auch wir haben seit Rabbiner Hirsch1 unseren eigenen Weg beschritten. Wir haben nicht ausnahmslos alle die wirklichen Gefahren erkannt, die uns umlauern. Es genügt, wenn der organische unbewußte Wille zur Unabhängigkeit der Gesetzesbefolgerschaft da ist und sich immer wieder mit elementarer Kraft, doch im Stillen seine Bahn bricht. Das ist der Sinn dieser Zeitschrift und ihres Kreises. Keine orthodoxe Gemeinschaft in Israel wird, ob zugestanden oder nicht, die Uebereinstimmung ablehnen können, die ihren Lebensatem dem unsrigen verbindet. Trennungspolitik sieht ebenso menschenfeindlich aus und wühlt ebenso im Grauen seelischer Tiefen wie die Psychologien der Gegen-