Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- I (5691) 1930/31
- Issue
- Heft 4-5 (Februar 1931)
- Date
- 1931-02-01
- Page
- Seite 142 (sequence 32)
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142 unsere Religionsassimilatoren von 1830 bis 1930 nicht soviel Eifer darauf gewendet, unseren Kindern statt der guten alten Jüdischkeit recht viel von dem beizubringen, was ihnen auch der Außenstehende als ״Religion“ attestiert, dann brauchten wir heute nicht vor den religionsunterrichtfeindlichen Umtrieben (gewisser Parteien und Staaten) zu zittern, die individualpsychologisch gut fundiert waren und ursprünglich bloß einigen kirchlichen Verirrungen im Unterrichte galten. So aber dürfen wir nicht darüber staunen, daß der Bolschewist, der in seinen Exilsjahren bis 1917 nur die westliche Lehrmethode wahrgenommen, nun den Cheder in eine Kirchenverfolgung einbezieht, die ihm nicht gelten würde, wenn er ihn kennen gelernt hätte. 6. Ja sogar in die Klage der meisten analytischen Schulen über das Unwahre der geltenden Familienmoral können und müssen wir im Sinne unseres alten Thoragesetzes und insbesondere der Symbolik unseres großen Meisters ohne erheblicne Reserve einstimmen. Nur wenige von ihnen wollen ein Zeitalter herbeiführen, in welchem die familiäre Bindung zur Seltenheit geworden wäre, wie etwa in gewissen Kolonistenkreisen Rußlands, aber auch des Heiligen Landes. Alle übrigen wollen den Menschen erziehen und ermutigen, frei von jeder Hemmung und Ueberkompensation, frei auch von allen verdrängten und einseitig umgewerteten Wünschen und Aengsten seine Stellung in Beruf, Staat und Familie auszufüllen. Es fällt hierbei schwer, nicht an Hirschs Bemerkung über das Geschwistereheverbot zu denken. Flirsch will auch dieses Verbot nicht als Vorbeugung gegen Inzucht und Dekadenz begründet wissen, sondern als Mittel zur Aufrechterhaltung des menschlich reinen Wesens der Familienbeziehungen. Das Verhalten der Geschwister zueinander soll ein solches sein, daß durch eine Verehelichung zwischen ihnen zur bisherigen Beziehung zwischen ihnen nichts Reinmenschliches mehr hinzu kommen könnte, das die Ehe lohnt. Es wäre ein Eheentschluß aus völlig animalischen Motiven. Wir besitzen solche, aber dürfen ihnen unter keiner! Umständen folgen, nicht bewußt und nicht unbewußt. Im Kommentar zur Geschichte des Jizchak, der Riwka ehelichte und sie danach lieben lernte, läßt sich Hirsch sehr skeptisch über die Romantik vernehmen, die man in der reinen Neigungsehe von jeher gesehen hat, und lehrt: Der Mann, der als Ganzopfer auf Gottes Altar gelegen,