Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- I (5691) 1930/31
- Issue
- Heft 4-5 (Februar 1931)
- Date
- 1931-02-01
- Page
- Seite 138 (sequence 28)
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unvoreingenommener Kenner der heutigen Psychologie kaum anders geben dürfte, wenn er sich von den atheistischen Hyperbeln einzelner ihrer Vertreter freimacht. Wer etwa von vornherein als orthodoxer Jude sich nicht mit den analytischen Gedankengängen befreunden mag, dem sei die genaue Durchsicht von Echa rabbati 1,15 ff. ההוא כותאה empfohlen, wo ein unverkennbar analytisches Traumdeuteprinzip zur An wendüng kommt, sogar im kategorischen Gegensätze zu unbefugtem Prophetenspiel. Sowohl die Komplexe des getrübten Familienlebens (15) als auch die der sprachlichen Cachierung (18) uneingestandener Erb- und Vermögens-Gier sind hier aus den Träumen erkannt und gedeutet. , In Berachoth 55 b sind minder ausführlich ähnliche Deutungen tradiert. Leider haben die Analytiker bisher nur von biblischen Träumen und Vor- Schriften Notiz genommen, deren analytische Ausdeutung nur gewaltsam erfolgen konnte und einmütig bei allen Freunden unserer Ueberlieferung Ablehnung finden mußte, und dieses für sie brauchbare Material übersehen, dessen Anklänge an das psychoanalytische System von berufenster Seite als solche bestätigt wurden. Das gibt uns das Recht, ohne uns der weitanschaulichen Konsequenz der analytischen Schulen zu verschreiben, auch aus ihrem Weisheitsborne schöpfend die Grundfunktion!unserer Seele zu erforschen, die sowohl bei Hirsch als auch m. m. bei den!heutigen Psychologen den Namen Symbolik trägt. Denn die biedermeierzeitliche Idee, die Symbolik als Spezialerzeugnis einer bestimmten außerjüdischen Religion auszugeben, findet ihre endgültige Erledigung durch die heutige Analyse, welche die symbolisierende Grundfunktion der Seele in der Kunst der Primitiven, in den Vorgängen der Sprachentstehung, in den nationalen und religiösen Schöpfungen der Vorzeit, im Traume, in der Fehlleistung, ja in allen Aeußerungen menschlichen Seelenlebens schonungslos aufdeckt. Danach wäre unser Thoragesetz, wenn es kein e Symbolik hätte, nicht in der ״Sprache der Menschen“ überhaupt gegeben. Wohl unterscheidet sich von aller sonstigen Offenbarung die Mosches dadurch, daß siie ״sichtig, nicht in Rätseln“ gesprochen ist. Doch bedeutet die Symbolhandlung dem unverbildeten Geiste gar kein Rätsel und enthüllt ihm manches mit grausigerer Klarheit, als es die Worte vermögen. 2. Noch ein anderes Verdienst um unser Verständnis der Thorasymbolik hat sich die analytische Schule ungewollt er-