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Nahalat tsevi · 1931-02-01 · Heft 4-5 (Februar 1931) · p. Seite 122

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
I (5691) 1930/31
Issue
Heft 4-5 (Februar 1931)
Date
1931-02-01
Page
Seite 122 (sequence 12)
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122 Thorakultur durch heterogene Elemente lag nicht in seinen Intentionen. Die Beantwortung dieser Frage ist aber die Forderung des Tages. (Fortsetzung folgt). Fragen des jüdischen Ehegeseizes. Von R. B. (Fortsetzung) Dienemann berichtet, man habe in seinen Kreisen den Qedanken erwogen, auf Grund der Möglichkeiten vorzugehen, die aus den talmudischen Sätzen fließen: ״Kol demekadesch adateh derabonon mekadesch“, ״Die Ehe wird geschlossen im Sinne der Rabbinen“ und ״aphkinhu rabbonon lekiduschin“, ״die Rabbinen erklären nachträglich die Eheschließung als ungültig/‘ Dienemann aber meint: ״In diesem ״die Rabbinen heben nachträglich die Ehe auf“ liegt eine Annullierung der ganzen voraufgegangenen Ehe, d. h. also eine nachträgliche Konkubinatserklärung der gewesenen Ehe, und eben das widerstrebt unserem sittlichen Gefühl.“ Hätte sich Dienemann in den Quellen umgeschaut, dann wüßte er zunächst, daß die Weisen des Talmuds הפקעת הקידושין nur im äußersten Notfälle angewendet haben. רשב״א hat bewiesen, daß die Anwendung dieses Grundsatzes nur dann statthaft ist, wenn man sich zu seiner Unterstützung auf bestimmte, tatsächliche Beweismittel berufen kann, z. B. bei der Nachricht vom Tode des Mannes auf die Aussage eines entsprechenden Zeugen, bei einer Ehescheidung auf das Faktum eines wirklich ausgestellten Get u.s.w. Wo aber solche Beweismittel fehlen, z. B. bei מים שאין להם סוף, ist die Anwendung dieses Grundsatzes ausgeschlossen. Allein selbst dann, wenn dieser Grundsatz angewendet werden kann, bedeutet er keineswegs, wie Herr Dienemann von der Höhe seines ״sittlichen Gefühls“ feststellt, eine wirkliche Konkubinatserklärung der gewesenen Ehe. ראשונים vom Range eines רא״ה und רשב״א, deren ״sittliches Gefühl“ demjenigen des Herrn Dienemann weiß Gott nicht nachsteht, haben uns diesen Grundsatz erst richtig verstehen gelehrt, wenn sie betonen, daß הפקעת הקידושין nicht eine wirkliehe Aufhebung der Ehe bedeutet, sondern der Ausdruck einer Präsumtion ist, kraft deren beim Ehemann eine Willensent-

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