Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- I (5691) 1930/31
- Issue
- Heft 4-5 (Februar 1931)
- Date
- 1931-02-01
- Page
- Seite 121 (sequence 11)
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121 ben jochai zu denken, der jedwede Beschäftigung mit Alltäglichkeiten aus dem Leben des Thoramenschen ausgeschaltet wissen!owllte. Es darf ferner nicht außer acht gelassen werden — und S. R. Hirsch s. A. hat dies gewiß nicht getan — daß als Motiv an der Grundstelle die Erziehung zur höchsten ethischen Kultur genannt ist. Die Interpretation nahm folgenden Weg. Zunächst war gemeint, daß neben der Hingabe an die Thora auch eine Ertüchtigung zum Lebenswege und ein ernstes, erfüllendes Schreiten über diesen Weg einhergehen soll. Da war noch keine kulturkämpferische Note. Diese trat erst dann in Erscheinung, als diese Ertüchtigung für den Weg über die Eiide vor die Frage, unter Umständen vor die Notwendigkeit stellte, die Kinder schon im frühen Lebensalter mit Materien zu befassen, die scheinbar außerhalb der Thora lagen. Die Situation verschärfte sich, wenn diese Materien gegen Wort und Geist eine Antistellung einnahmen; es war dann nicht mehr ein Problem der Erziehung, sondern vielmehr ein Problem der religiösen Zulässigkeit. Wenn die Componenten der Weltanschauung aus verschiedenen Reichen stammen, ist ja immer eine gewisse Gefahrenzone vorhanden. Zu alledem kommt noch die Erwägung, daß das Eindringen in Kulturelemente der Umwelt die Zeit und die Fähigkeit für das intensive Eindringen in die Welt der Thora beschränkt. Wenn man das Neuauftauchen des Problems, wie dies in Geschichtsdarstellungen üblich ist, an den Beginn der Emanzipationsperiode setzt, so bezeichnet das Lehrwirken S. R. Hirschs ein Signal. Was Einzelne vor ihm bereits gewagt hatten, als Volljuden auch das Wissen ihrer Zeit zu meistern, machte er zu einem Programm der Allgemeinheit. Der Weg ״seines“ Thora im derech erez war das Uebereinander zweier Kulturen unter dem Nachweis der Möglichkeit absolut thoragemäßer Weltanschauung. Was er ablehnte — und das zu :unterstreichen ist geschichtlich außerordentlich wichtig — ist die Uebertragung der Methode des allgemeinen Wissens und Forschens auf Wissen und Forschen in der Thora. Eine Durchdringung der