Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- I (5691) 1930/31
- Issue
- Heft 4-5 (Februar 1931)
- Date
- 1931-02-01
- Page
- Seite 120 (sequence 10)
- Belongs to
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i 20 des Irrationalen nicht Herr zu werden. Alle geistigen Äriptrengungen, alles Forschen, alles Lehren gilt dem Versuch, dieses Irrationale auf einen möglichst geringen Umfang zu beschränken. Zeiten gab und gibt es, Menschen gab und gibt es, die als Grundlage des Denkens ,nur das sinnfällige Experiment gelten lassen. Dann kamen und kommen Perioden, in denen die Richtigkeit der sinnfälligen Beobachtung, also der Empirie selbst, bezweifelt und das credo quia absurdum als Heilsbotschaft der Welt gebracht wird. Letzten Endes ist diese Antithese die Erklärung für die sonst unbegreifliche Doppelseelenhaftigkeit selbst Immanuel Kants. Zeiten gab und gibt es, Menschen gab und gibt es, welche das scheinbar Irrationalste, das Gebiet des Fühlens, gipfelnd in dem Wunder des Erlebnisses, zur Grundläge ihrer Weltanschauung machten. Dann kamen und kommen Perioden, in denen diese Richtung asozial wirkt und den schrankenlosen Individualismus in Welt und Kultur zu sprengen droht Es mag hier die Behauptung geäußert werden, daß Hirsch s. A eine Synthese Zwischen diesen beiden Möglichkeiten in genialer Weise versucht hat, und daß dieser Versuch sowohl seine Prägung, seine Uebersetzung des Thora im derech erez, als auch seine Lösung darstellt. Jede andere Prägung würde seine Lösung, jede andere Lösung würde seine Prägung illusorisch!machen. Er machte das Erlebnis, ein Irrationales also, (vgl. insbesondere das: ״Als Juden wollen wir sie [d. h. die Thora] lesen“) zur Voraussetzung und baute darauf logisch rational sein System auf. Es ist bereits gesagt worden, daß jede Periode mit anderer Grundeinstellung stets wieder von ,neuem das Grundproblem aufwirft. Man tut keinem, auch dem Größten nicht, ein Unrecht, wenn man sagt, daß die Zeit, welche das Programm: thauro im derech erez prägte, zwar in bezug auf den Inhalt des Wortes Thora mit allen denkbaren Zeiten rechnete und mit ihnen in der Auffassung dieses Inhaltes identisch1 ist, daß aber über den Inhalt des derech erez Differenzen möglich und vorhanden sind. Man braucht nur an die These des R. Simon