Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- I (5691) 1930/31
- Issue
- Heft 4-5 (Februar 1931)
- Date
- 1931-02-01
- Page
- Seite 119 (sequence 9)
- Belongs to
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119 unendlichen Kurve zu zeichnen. Sie ist das charakteristische Zeichen der sogenannten spanischen Blüteperiode, sie ist die Grundlage des Kampfes um Maimonides, die Wurzel der tiefgehenden Differenzierung zwischen Sephardim und Aschkenasirn, sie feierte ihre Orgien in dem Emanzipationszeitalter. Und man sollte nicht vergessen, um einmal auf ganz entfernte Zeiten zurückzugreifen, daß ihre einseitige Lösung im Sinne einer einseitig jüdischen, traditionstreuen Kultur der äußeren Lebensformen (Name, Kleidung, Sprache) nach einem Ausspruche unserer Weisen s. A. die Erlösung aus Aegypten bedingte. Wenn man also den chronologischen Rahmen dieses Komplexes zeichnen wollte, so müßte man sagen: Von Gosen bis x, wobei x die endgültige Kulturerlösung Israels und der Menschheit bedeutet. Man kann ferner historisch richtig behaupten, daß die Erlösung selbst in ihrer Gänze oder in ihren Teilresultaten eine Funktion der Einstellung zu dem Problem Thora im derech erez darstellt. 1 Ist dem aber so, so ist gewiß Pflicht jeder Periode, die Frage herzhaft aufzugreifen, und nicht blind an ihr vorüberzugehen. Das שאינה ירושה לך gilt in seinem furchtbaren Ernst ganz besonders in bezug auf das Verhältnis Thora zu derech erez; es gibt kein Erbe in dieser Hinsicht, es gibt nur Weiser des Weges. Den Weg selbst muß sich jede Zeit, wenn nicht gar jeder einzelne, selbst bahnen. Ein solcher Weiser des Weges, nicht mehr, aber auch nicht weniger, wollte S. R. Hirsch s. A. sein und war es auch. Sein Wirken bedeutet eine Epoche. Doch bevor diese gewürdigt werden kann, ist es vonnöten, abermals einige einleitende Worte zu sagen. Um auch nur einigermaßen verständlich zu sein, muß man für die folgenden Ausführungen einen festen Ausgangspunkt wählen und zunächst einmal die Haltbarkeit in philosophischer Beziehung voraussetzen. Es tut der Sache an und für sich keinen Eintrag, da es sich!um geschichtliche Gegebenheiten handelt. Wir nehmen etwa eine Kombination aus den Anschauungen des Ran (דרשות הר״ן) und des Maharal von Prag (גבורות ד' ). Danach ist in der Wirklichkeit der Ablauf des Lebens der Welt und des Einzelnen rational, vollzieht sich nach bestimmten Gesetzen, innerhalb deren auch für das scheinbar Irrationale, auch für das Wunder, Raum ist. Nur unsere Erkenntnis vermag