Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- I (5691) 1930/31
- Issue
- Heft 4-5 (Februar 1931)
- Date
- 1931-02-01
- Page
- Seite 114 (sequence 4)
- Belongs to
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114 selber, unabhängig von unserer Anerkennung, ״allein als Ehrfurchtbarer regiert“, also gründet sich, seit wir Gottes Volk wurden, die Autorität der Thora auf kein jüdisches Pariajnent, keine jüdische Gemeindeversammlung und keinen jüdisehen Vorstand, sie ist vielmehr selber, aus sich, ״höchste Autorität“, und nur kraft der Thora gibt es Klal Jißroel, gibt es Klal Jißroels Gemeinde. Nicht Menschenwerk ist Klal Jißroel und Klal Jißroels Gemeinde. Wo immer es Juden auf der Welt gibt, zieht die Thora sie kraft eigenen Rechts zu Klal Jißroel zusammen. Wo immer Juden an einem Orte leben, zieht die Thora sie kraft eigenen Rechts zur Klal Jißroels Gemeinde zusammen. Die Reformgemeinde oder die in Neutralität der Thora gegenüberstehende Gemeinde oder die zionistischc Nation: die werden freilich gegründet, und in ihnen mag man sich mit mehr oder minder großem Erfolg bemühen, die Thora nach und nach —den Anstrengungen eines halben Jahrhunderts ist es in keinem einzigen Fall gelungen — als ״konstituierendes Grundgesetz“ durchzusetzen. Aber Klal Jißroel und Klal Jißroels Gemeinde werden nicht von Menschen gegründet, denn sie sind nicht Menschenwerk. Immer sind sie da, wo Juden sind, in Welt und Ort. Gott hat sie gegründet, und die jüdischen Einzelnen können ihnen zwar den Gehorsam versagen, aber weder können sie sie zerstören, noch aus ihnen — austreten. Ist wirklich die Thora ״konstituierendes Grundgesetz“ der Judenheit, — und welcher bewußte Jude wagt es zu bestreiten! — dann ist die Reformgemeinde oder die in Neutralität der Thora gegenüberstehende Gemeinde eben nicht die — jüdische Gemeinde; dann ist die zionistische Nation eben nicht die — jüdische Nation! ״Die Kehillath Jeschurim ist daher wesentlich die alte jüdische Frankfurter Kehilla“. Nicht erst vom Jahre 1850 datiert die Kehillath Jeschurun. Sie steht so lange, als es in Frankfurt Juden gab. Wohl hat man sie eine Weile im Stich gelassen, wie man ja auch die Thora im Stich ließ. So wenig aber etwa im Jahre 1850 die Herrschaft der Thora über die Juden Frankfurts neu errichtet wurde, vielmehr die alte Thora ihre alten und ursprünglichen Herrschaftsrechte im Jahre 1850 zur Geltung brachte, so wenig ist im Jahre 1850 eine neue jüdische Gemeinde in Frankfurt gegründet worden, und es ist vielmehr das Jahr 1850 nur dadurch ausgezeichnet, daß in diesem Zeitpunkt sich wieder Juden fanden, entschlossen, sich nicht nur