Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- I (5691) 1930/31
- Issue
- Heft 3 (Januar 1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 81 (sequence 11)
- Belongs to
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st Vorlesen und Erfassen der Thora, mit ermahnenden, dem Herzen entströmenden und zu Herzen dringenden Worten die Gemüter wecken, die Geister erleuchten und sich in freudigem Ernst vor Gott niederwerfen, um sich in Liebe und! Furcht mit energievoller Festigkeit seinem Reiche zu unterstellen? Wie muß es da das Herz betrüben und den Geist verbittern, daß wir den die Synagoge betreffenden Bestimmungen unserer Weisen s. A. nicht mit der erforderlichen festen Entschiedenheit Folge leisten, daß die Art unseres ,Lebens vor Gott zu wünschen übrig läßt, daß die Ehre Gottes gerade an der zu seiner Verherrlichung errichteten Stätte herabgewürdigt und unser Gebet sich nicht vollkommen fruchtbar erweist, ja Gott behüte, Gefahr läuft, welk dahinzusiechen! Und dabei hat es vielleicht nie eine Zeit gegeben, die es so nötig hätte, sich selber zu kräftigen und zu rüsten für die Sache unseres jüdischen Gemeindewesens und dafür die Gottesheiligtümer aufzusuchen, um mit ,ihnen unsere Vergangenheit und Zukunft zu begreifen, als unser verwaistes Geschlecht! Der Pfeil der Verführer bedroht die Kinder unserer Zeit am hellen Tage, die Zeitkrankheit des Leichtsinns schleicht im Dunkel, um Seelen zu töten und die Seelen mit Verzagtheit zu erfüllen! Wie könnte da unser Bethaus die Zufluchtsstätte werden, in die wir uns mit dem Leid unserer Seelen flüchten und so allem unseren Weh die Heilung bringen! Darum laßt uns aufstehen, Brüder, und nicht länger unseren Bethäusern die Krone versagen, die ihre bewährte ursprüngliehe Einrichtung bedeutet und einen Gottesdienst auf mögliehst [geschmackvolle Weise herstellen, wie ihn unsere Weisen s. A. uns zur Pflicht gemacht haben. In gleicher Weise laßt uns gerüstet dastehen, daß unsere Zeitgenossen uns mit ihren Nichtigkeiten nicht unsere Tefilla und unsere Awaudoh zugrunde richten und nicht das Licht der Hoffnung und des Trostes verlöschen, das unsere im Eden weilenden Väter uns aufgestellt haben, damit sie uns nicht unser Erbe unter unseren Händen hinterlistiger Weise vergewaltigen. Dasselbe gilt von der Instandhaltung unserer Gemeinde- Einrichtungen. Jede jüdische Gemeinde muß allzeit Auge und Herz darauf richten, jede Institution in möglichst entsprechender Weise einzurichten, daß sie dem Zweck der Gesamtheit ge-