Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- I (5691) 1930/31
- Issue
- Heft 3 (Januar 1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 75 (sequence 5)
- Belongs to
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75 hinnehmen darf. Ein solcher hat keinerlei religiöse Glaubwürdigkeit in irgend einer Bc- Ziehung, sobald es sich um Erlaubtes und Verbotenes handelt. Der Wahrheit gemäß muß übrigens gesagt werden, daß etwa ein Zehntel der Versammlung noch auf dem Boden des jüdischen Heiligtums stand und sie der Makel der hier erhobenen Vorwürfe nicht trifft. Aber auch ihnen verübelte die jüdische Gesamtheit mit Recht, daß sie nicht mit dem Aufgebot aller Kraft der Versammlung offen entgegengetreten sind und daß sie die Versammlung nicht verließen, als sie deren Tendenz erkannten. Jedoch nicht uns, nicht den Rabbinern, die zur Hilfe gerufen, nicht ihnen allein liegt es ob, das Werk zu vollenden. Kein jüdischer Mann ist von der Pflicht frei, zum Kampf füi? Gott zu rufen und sich mit Aufgebot aller Kraft in den Dienst des Gottesheiligtums und seiner Thora zu stellen. Das Weh über den Niedergang unserer Thora und den Jammer unserer Zeit ist das Band, das alle verbindet, die den gleichen Schmerz ,im Herzen tragen, und die Träne, die unser Auge um die Vergewaltigung der Thora weint, sie besiegelt unseren Bund. Wenn früher ,in Israel eine Schandtat verübt wurde, wenn eine Hand sich gegen seine Heiligtümer erhob und man den Namen Gottes in unserer Mitte entweihte, da stand das ganze Volk auf, nieder und hoch, um für das Bündnis einzutreten und alle Macht für die erschütterten Heiligtümer Gottes und seine Thora einzusetzen. Je größer die Not war, umso größer war das Vertrauen und die Zuversicht auf Gott. Mit der Zahl der Zerstörer und der Breschen, die sie rissen, wuchs die Zahl und das felsenfeste Gottvertrauen derer, die ihre Kraft der ,Erhaltung der Thora und Mizwos geweiht hatten.!Verführem und Verleitern gegenüber gingen sie lieber in den Tod, als daß!sie auch nur eine einen Schuhriemen betreffende Observanz preisgegeben hätten. Deshalb ging unsere Thora, groß und machtherrlich das Haupt von dem Beistand Gottes verklärt, siegreich aus allen Bedrängnissen und Leiden hervor. Das hat der Eifer bewirkt, mit dem sich das Gottesvolk in soleben Lagen zusammengefunden hat. Hätten wir da nicht vor unseren Vätern zu erröten, müßten wir uns da nicht vor den Gräbern unserer Altvorderen schämen, wenn wir den Mut