Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- I (5691) 1930/31
- Issue
- Heft 2 (Dezember 1930)
- Date
- 1930-12-01
- Page
- Seite 44 (sequence 14)
- Belongs to
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44 Wenn in materiell so engen Zeiten die Erkenntnis von dieser Größe noch nicht zum Durchbruch gelangt ist und weite orthodoxe Kreise ihre tätige Mithilfe zur Förderung des zentralen Gedankens der Orthodoxie noch immer versagen, wenn die Eierschalen der Versklavung an die mit materiellen Mitteln um •ihre Geltung ringende Religionsfremde noch nicht abgestreift sind, wenn der unbedingte Glaube an die Sieghaftigkeit der Thora auch bei allen Unterwegsstationen der wandernden Thora sehr oft starke Einbuße erleidet, wenn bisweilen die Kraft fehlt, hier und dort das Stigma der Minorität mit Geusenstolz zu tragen, — der Agudagedanke ist und bleibt der einzige universell jüdische. Noch ist er im Werden, sein Ziel ist das Sein. P. K . Fragen des jüdischen Ehegeseizes. Von R. B. Die jüdische Neologie hat es von Anbeginn trefflich verstanden, sich der jüdischen Frauenwelt als eine Erlösung vom orientalischen Joche der Entwürdigung zu empfehlen. Je mehr die gründliche Kenntnis und Erkenntnis des jüdischen Ehegesetzes den Massen entschwand, je mehr auch die jüdische Frau sich daran gewöhnte, jüdische Dinge mit unjüdischen Augen zu betrachten, mit unjüdischem Herzen zu empfinden, mit unjüdischer Kritik zu erfassen, •desto leichteres Spiel hatte die Neologie, die jüdische Frau gegen das jüdische Ehegestz revolutionierend aufzuhetzen. Dieselben Wortführer des neuen Geistes, die nicht umhin konnten und können, den Adel der jüdischen Ehe, die Reinheit und Heiligkeit des jüdischen Familienlebens begeistert zu schildern, waren und sind inkonsequent genug, das jüdische Ehegesetz, unter dessen Herrschaft doch die jüdische Ehe ihre historische Prägung empfing, als reformbedürftig anzuprangern. Daß das jüdische Ehegesetz die Frau, wann immer ihr persönlicher Anspruch auf uneingeschränkte Freiheit der Lebensgestaltung mit einer höheren Absicht des Götteswortes kollidiert, zu Opfern des Verzichts auf restlose Selbstdurch- Setzung aufruft und bei ihr die Fähigkeit einer ״Selbstversehwendung“ voraussetzt, die man — ohne sich erst auf