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Nahalat tsevi · 1930-11-01 · Heft 1 (November 1930) · p. Seite 30

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
I (5691) 1930/31
Issue
Heft 1 (November 1930)
Date
1930-11-01
Page
Seite 30 (sequence 32)
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V — 30 — der Renaissance des gesamten jüdischen Volkes vor sich gehen kann“. Diese Resignierten, deren Zahl im ständigen Wachsen begriffen ist, suchen in Palästina weiter nichts als die Möglichkeit, ein ״Volljudentum“ zu leben. Freilich läßt die unvermeidliche Notwendigkeit der Anlehnung an eine große Organisation die Gefahr der Beeinflussung durch zionistische Gedankengänge besonders naheliegend erscheinen, und überdies ist das erstrebte Endziel der Uebersiedlung nach Erez Jisroel nur für einzelne realisierbar. Aus diesem Grunde und von der Erkenntnis geleitet, daß noch andere Möglichkeiten der ״Verjüdischung“ gegeben sind, schlägt der (übrige. Teil der denkenden orthodoxen Jugend einen anderen Weg ein. Intensive Durchbildung der Gedankenweit mit jüdischen Begriffen — und hingebungsvolle Pflege der Gefühlswelt mit jüdischen Gemütswerten. Je nach Ein- Stellung und Veranlagung wird das Schwergewicht mehr auf die Bildung des Geistes oder auf die des Gemütes verlegt. Die schön oft genug mit Genugtuung konstatierte, erhöhte Liebe zum Lernen und der wachsende Besuch' der Jeschiwoth und Seminare ist nicht zum wenigsten auf das bewußte Streben nach ״Verjüdischung“ zurückzuführen, das in den orthodoxen Jugendverbänden eifrig gefördert und propagiert wird. Neben den Vielen, die in den letzten Jahren insbesondere auf der Frankfurter Jeschiwa ihr jüdisches Wissen erworben haben, bevorzugen andere Kreise die litauische Lemmethbde. Letzteren schwebt als Vorbild die harmonische Persönlichkeit des unvergessenen Raw A. E. Kaplan 1זצ״ל vor Augen, der durch Wort und Schrift, vor allem aber durch das Beispiel seiner Lebensführung dem litauischen Mussar in Deutschland viele jugendliche Herzen erschloß. Als Ziel wird die Formung der charaktervollen Persönlichkeit erstrebt, die den geistigen Besitz mit dem Reichtum eines geläuterten jüdischen Innenlebens in sich' vereinigt. Während jedoch dieser Typus stets ein überwiegend rationalistischer sein wird, sucht ein weiterer Teil der Jugend, zum Lernen minder veranlagt, sich durch das Mittel einer Steigerung und Intensivierung des jüdischen Gefühlslebens zu ״verjüdisehen“. Pflege von Gemeinschäftserlebnissen, wie gemeinsames Gebet und Abhalten von S’udoh Sch’lischis, treue Aussprache mit dem älteren Führer und Freund, Pflege des jüdischen Liedes u. s. w., dies sind einige Mittel der Erziehung, deren1

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